32. Woche: Cilento – Paestum  – Salerno. Vom Wald zu den Griechen und auf nach Sizilien

Ich beende meinen Weg durch den Cilento Nationalpark und erreiche Salerno. Von hier geht es dann nach Sizilien.  Es wird auch hier unterwegs in Paestum seht griechisch.

Am zweiten Tag in San Marco mache ich mich doch noch auf den Weg, die Landzunge zu umrunden. Küstenpfad und Pinienwald, kleine Buchten und ein Leuchtturm. Zurück dann wie geplant den Talweg. Gut so, denn er endet am Caffè mit einem Eis. ☺️

Man hat ja am Sonntag sonst nix vor uns ein Spaziergang von 16 km ist ja nix….

Es ist eine schöne Runde und gibt noch einmal einen schönen Eindruck von der Natur dieser wunderschönen Gegend. Die vielen kleinen Buchten, die Kliffformationen, das klare Wasser. Es gibt sogar eine Schaukel mit Aussicht. 🤩

Für mich geht es danach weiter am Küstenweg nach Agropoli und damit für mich die letzte Station des Cilento-Parks. Es geht zunächst an der Küste entlang von San Marco nach Santa Maria. Es ist ein schönes Küsten-Fischerörtchen und man sieht immer mehr, dass man sich hier auf Touristen einstellt.

Danach ging es bergauf in den Wanderweg. Oben angekommen mach ich Pause, die Sonne ist schon recht kräftezehrend und der Weg ging bis jetzt fast ausschließlich ohne Schatten. Nach und nach kommen mehr Bäume und Sträucher auf beiden Seiten. Und es kommen immer wieder andere Leute. Die Osterferien sind auch bei Wanderer eine beliebte Zeit.

Der Weg schlängelt sich angenehm an den Klippen vorbei und durch die Büsche und Bäume. Zwei deutsche Wanderer weisen mich darauf hin, dass es im kommenden Waldabschnitt Wildschweine gibt. Zunächst bin ich noch sorglos, hab ich diesen Hinweis doch schon öfter auf meiner Reise gehört. Stets hab ich mich damit beruhigt, mir zu sagen, dass das ja Wildtiere sind, die am Liebsten ihre Ruhe vor dem Menschen haben. Dann höre und sehe ich sie. Ein paar Ferkelchen ziehen aber flott von Dannen, als ich mit meinen Wanderstöcken etwas Krach mache. Das knurrende Geräusch im Gebüsch kommt mir aus der Erinnerung bekannt vor und mir wird einiges klar. So weit entfernt waren Wildschweine und ich das ein und andere Mal dann wohl doch nicht. 😳

Agropoli ist für mich quasi der Ausgang des Cilento-Parks und der Beginn des Schluss-Spurts nach Salerno und zur Fähre nach Sizilien. Am Abend fasziniert mich im Sonnenuntergang aber erstmal wieder der Blick auf Capri.

Es geht von Agropoli quasi immer am Meer entlang, bis ich am Hafen von Salerno ankomme. Eigentlich ein „easy Way“, aber ich darf nicht trödeln. Am 12.4. um  1.00 Uhr in der Nacht geht meine Fähre nach Palermo. Ich muss also am 11.4. in Salerno ankommen. Dazwischen lag noch die Ausgrabungsstätte Paestum, die ich besichtigen möchte und insgesamt 55 km und 4 Tage Zeit.

Also ging es als erstes nach Paestum. Hier steht dann schon etwas mehr noch als in Metaponto und Velia. Es sind drei Tempel(-Reste) zu sehen. Der Hera-Tempel ist der Älteste, der Neptun-Tempel ist am besten erhalten und weiter ab steht noch der Tempel für Athena.

Dazu noch ein paar Ruinen von griechischen und römischen Häusern, ein Diskutierkreis, Amphitheater und eine Art Lazarett, das nach Asklepios benannt ist, Der griechische Gott der Heilkunde. Die Griechen begannen bereits Krankheitssymtome zu klassifizieren und die Kranken wurden vor die Siedlungen gebracht in Lazarette. Man wusste bereits, dass manche Krankheiten ansteckend sind. Der Stab mit der Schlange war sein Symbol  – wie noch Heute in der Medizin zu sehen ist. Wieder ein Stück von „Kenn ich irgendwie, jetzt weiß ich auch wo es herkommt.“

Was ich nicht wusste: Das der Altar vor dem Tempel stand An ihm wurden die Opfertiere geschlachtet und zubereitet. Der Geruch des Mahles sollte den Göttern quasi in die Nase steigen. Diese „wohnten“ in den Tempel, weshalb nicht nur die Stufen sehr hoch waren, sondern drinnen außer der Götterstatur nichts war. Auch alle rituellen Handlungen der Priester fanden draußen davor statt.

Es ist schon beeindruckend,  die Tempel mal nicht nur von Bildern oder Modellen  im Museum oder oder Büchern zu sehen, sondern hier in echt, wo sie einst gebaut wurden bzw. wieder errichtet. Das Museum spare ich mir, mir ist so gar nicht nach Museum. Ich geh lieber nochmal ans Meer. Nur eines hat mich etwas irritiert.  Ich habe immer nach weißen Säulen Ausschau gehalten, da griechische Tempel in meinem Inneren Auge weiß sind. Hier sind sie aber eher ocker und gelb – halt der Sandstein, der hier vorhanden war.  Irgendwie logisch.

Am nächsten Tag geht es 23 km gerade aus, immer neben der Straße. Es gibt einen Fahrrad-/Fußweg, der etwas abgetrennt ist.  Warum nun aber die Brücken versetzt zur Straße mit jeweils ordentlichen Kurven ohne Fußweg sind? Ich habe keine Ahnung.  Gerade in diesen Kurven, wo man die Autos nicht sehen kann, wäre ein etwas geschützter Seitenstreifen sehr schön gewesen.

Ich komme erschöpft in meinem Hotel an und kann immerhin den Sonnenuntergang von meinem Balkon aus genießen, bevor es Easen gibt. Man muss sich für eine bestimmte Zeit im Restaurant entscheiden und entsprechend reservieren.  Na dann…hab ich meinen Platz schon mal sicher.

Am letzten Tag geht es dann rein in die Stadt. Nochmal zwei Brücken mit gefährlichen Kurven,  dann wird es zunehmend besser, weil richtiger Fußweg.

Es gibt eine Pause am Strand. Und Mittagessen im Restaurant am Wasser mit Blick in die Stadt.

Ob es meine deutschen Gene sind oder sonst was, ich laufe erstmal durch bis zum Hafen. Die Fähre ist nirgends ausgeschildert, die Grimaldi-Lines muss man quasi suchen und die wartenden LKW-Fahrer wundern sich ziemlich über much Fußgänger. Aber am letzten Ende, hinter dem Fracht-Terminal ist dann auch der Terminal der Grimaldi-Line. Ich habe ja die Idee, dass ich einchecken und mein Gepäck aufgeben kann…. Denkste.

Ich kann zwar kurz nach 17.00 Uhr einchecken. Aber zum Schiff komme ich noch lange nicht.  Ab 21.00 Uhr heißt es.  Ich geh zurück zum Stadtstrand, ess noch was, noch einen Aperol… dann ab zurück.

Mittlerweile stehen einige Leute und vor allen Autos mehr hier. Voll bepackt mit allem Möglichen. Von Kinderbetten bis zu was weiß ich.  Alle haben Sie am Gepäck „Tunis“ stehen. Anscheinend will keiner in Palermo aussteigen. Allmählich wird ea später und später und vor allem kälter. Irgendwann heißt es nicht vor 23.00 Uhr. Hätte man ja mal sagen können.

Dann hätte ich im Restaurant nochmal was gegessen. Wir schauen zu, wie LKW nach LKW einfährt. Und Andere wieder raus. Sie sind also immernoch beim be- und entladen. Irgendwann kommen Fußgänger und werden freudig empfangen und abgeholt. Wo kommen die jetzt her? Es ist doch gar kein neues Schiff gekommen?  Brauchten die so lange mit der Einreise? Immerhin ist es ja aus Tunesien eine EU-Einreise. Ich habe Fragen, die Antworten sind mir aber eigentlich egal. Mir ist kalt. Ich bin müde. Und auf dem Schiff gibt es ein Bett für mich in einer 4er-Kabine 😪

Als wir dann endlich um halb ein Uhr Nachts den Hafen betreten dürfen und Richtung Schiff kommen… bin ich ziemlich froh. Ein Stück mit dem Minibus, Aussteigen, Grenzkontrollen,  wieder einsteigen, 100 Meter weiter, Aussteigen und aufs Schiff.  Diejenigen, die das Prozedere schon kennen, beeilen sich im Passagierdeck sich einen Platz zu sichern,  am Besten auf dem Boden, Decke auslegen und hinlegen.

Ich suche meine Kabine auf. Die Heizung iat voll aufgedreht,  hier ist es stickend warm. Eben war mir noch a***kalt, jetzt schwitze ich. Auch hier Bett in Beschlag nehmen, Einrichten.  Ich habe keine Ahnung ob und wieviele noch mit dazu kommen. Es liegt aber nur 1x Handtücher und Duschzeug bereit. Und ich bleibe tatsächlich allein. Was für ein Glück. Viel Schlaf finde ich trotzdem nicht.  Ich bin im Unterbewusstsein auf Hab-Acht-Stellung.

Am Morgen döse ich etwas weg. Um 9.00 gehe ich nach dem Frühstück schauen. Rucksack nehme ich gleich mit. Wer weiß…

Frühstück ist ok. Orangensaft, Kaffee, 2 Croissants, ein Obst und ein halber Liter Wasser.

Noch etwas am Lido-Deck sitzen – gibt sogar einen Pool…. aber ohne Wasser. Wäre eh zu kalt. Irgendwann kommt Sizilien in Sicht. Mit etwas Verspätung kommen wir an. Ich bin der einzige Fußgänger, der die Fähre verlässt. Etwas irritiert schaut mich das Hafenpersonal an, aber man zeigt mir den Weg nach draußen.  Noch 30 Minuten Fußweg bis zur Ferienwohnung mitten in der Altstadt im Touristenzentrum. Ich bin platt.

Nach einer Dusche und etwas Ruhe mache ich mich auf, mein Umfeld zu erkunden.  Ich bin mitten in der Touristen- Restaurant-und Souveniermeile…. und mit dem Überangebot leicht überfordert.  Oft war ich ja froh, wenn ea überhaupt ein Restaurant gab, wenn das dann noch offen war – Treffer. Und die vielen Leute! Als Großstadtkind sollte mir das gar nichts usmachen, aber nach all den kleinen Dörfern und der Natur….

Ich finde was leckeres zum Essen und falle ins Bett.

Morgen ist Palmsonntag,  der erste Tag der heiligen Woche. Ich bin bis nach Ostern in Palermo, ich bin gespannt. Wie wird das hier sein? Gibt es eine Prozession?  Ich habe zwei Touren und einen Ausflug nach Monreale und Cefalú gebucht. Es wird eine interessante Woche.

Eine Antwort zu „32. Woche: Cilento – Paestum  – Salerno. Vom Wald zu den Griechen und auf nach Sizilien“

  1. Avatar von Urs B. aus der CH
    Urs B. aus der CH

    Bei solchen tollen Bildern und diesen Beschreibungen überkommt mich sofort wieder das Fernweh.
    Daumen hoch für Juliane!

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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