16. Woche: ab in den Süden – 4. Advent in Lecce

Am nächsten Tag in Venedig erkunde ich den Dogenpalast. Die Räume sind sehr beeindruckend.  Der große Ratssaal ist der größte Europas. Bis zu 1200 Leute umfasste der Rat einstmals. Die Wand- und Deckengemälde und Gestaltung ist beeindruckend abet fast schon erdrückend.

Weil es im Ticket enthalten ist auch das Museum Correr, das ein wenig etwas über alte Waffen und prunkvolle Gondeln erzählt.

Archäologische Funde sind auch zu sehen, römische Statuen und Münzen kennt man  aber 😉

Zum Abschluss des Touri-Programms noch den Markusdom. Ein über und über mit gold und edlen Fesken geschmückter Innenraum. Es ist mir persönlich fast zu viel. Wie auch an der Außenfassade sollte hier aller Welt gezeigt werden, wieviel Geld umd Macht man hat. Der goldene Altar ist sehr beeindruckend und durchaus sehenswert. Gold und Edelsteine umrahmen zig Heiligenbilder.

Ich fahre zum Schluss noch mit dem Wasserbus einmal durch den Canale Grande und zurück, ein wenig Sightseeing machen.

Am 2. Tag fahre ich aufs Festland, die Stadt hat ja auch einen Teil außerhalb der Lagune.

Hier gibt es sogar einen kleinen Weihnachtsmarkt und ich kann meine Weihnachtspost erledigen ✅️

Auch in Italien gilt es bei der Post eine Nummer zu ziehen, hinsetzen und warten, bis man dran ist. Gibt wenigstens kein Gedränge in den Schlangen und bei über 10 Schalter muss man nicht schauen, wo es vielleicht am schnellsten geht.

Weiter geht’s – ab in den Süden.  In 2 Etappen fahre ich nun endgültig nach Süditalien. Nach Zwischenstopp in Pescara ist mein nächstes Ziel Brindisi.

Hier geht mein Wander-Italien-Abenteuer eigentlich so richtig los, wandern durch Italien.  Ich bin gespannt welche Landschaften auf mich zukommen, welche Herausforderungen werde ich hier meistern müssen

Wie wird meine Route sein? Ich hab nämlich so gar nichts wirklich geplant.  Mache ich jetzt Regionen-Hopping und schaue mir lokal due Gegenden an? Durchwandere ich weiter einfach das Land?

Als erstes geht es jedenfalls von Brindisi nach Santa Maria di Leuca, an die Südspitze Apuliens am Absatz Italiens. Zwischenstopps in Lecce, wo ich Weihnachten verbringen werde, und in Otranto, wo ich für Silvester gebucht habe. 

Von Brindisi bis zur Südspitze verläuft der Südteil des Franziskus-Weges vom Meer nach Rom. Ich laufe zum Meer, aber hauptsächlich auf der „Via Francigena“.

Erster Stopp ist auf einer Maseria, ein Hotel auf dem Land, oft mit Landwirtschaftsbetrieb – hier vermutlich in der Regel Olivenöl, wie es sie hier öfter gibt. Da ich fast ausschließlich durch Olivenhaine laufe, liegt die Vermutung nahe….

Die Vermieterin ist sehr engagiert, außer mir ist noch ein Paar aus Holland da und es herrscht eine fast familiäre Atmosphäre. Es ist ein  sehr  schöner Abend mit leckerem einheimischen Essen.

Zurück auf der Via Francigena, entlang der Olivenbäume. Immer wieder begegnen mir auf den Felder Hütten aus Stein, die nach Art der sogenannten Trullis gebaut wurden. Sie sind rund oder viereckig und kurz über Mannshoch, dass einst Leute darin gewohnt haben sollen, kann ich mir allerdings nicht vorstellen.  Jedenfalls nicht in diesen kleinen Varianten.

Insgesamt wirkt die Gegend allerdings schon, als ob sie einst besiedelt war. Zahlreiche Trockenmauern unterteilen das Land, manchmal wirkt es, als seien Wege eingefasst worden.

Ich übernachte für 2 Nächte in Casalabate, einem Bade-Urlaubsort. Die Straßen sind zur Strandpromenade ausgerichtet, entlang dieser zieht sich der Ort in die Länge. Die Lokale und Läden sind derzeit zu, die Straßen wirke  wie ausgestorben. an vielen Häusern wird oder sollte gebaut werden.

Lediglich am Hauptplatz in der Mitte der Promenade gibt es eine Bar umd Laden, hier treffen auch die übrig gebliebenen Einheimischen.

Mein Ferienhaus ist entsprechend ausgekühlt, die Heizung funktioniert semi, aber es gibt eine Waschmaschine.  Ich werde verstärkt auf Hotels gehen, die sind nicht ausgekühlt um diese Jahreszeit. 

Zwei Tage später geht’s nach Lecce. Wieder der Via Francigena entlang, die durch Lecce führt. Die ist recht gut ausgeschildert. 🙂

Allmählich geben die Temperaturen wieder Pausen mit sitzen im Freien her, was ich sehr schätze, allerdings die Pausen wieser verlängert. So kommt schon mal eine Stunde zusammen und ich kann mich 3x fragen, warum ich bei fast gleicher Strecke und gleicher Startzeit eine ganze Stunde später ankomme und damit erst nach Sonnenuntergang im Hotel bin. Da ich die letzten km innerorts und damit mit Straßenbeleuchtung laufe, ist es nicht so schlimm.

Lecce ist hier die Regionshauptstadt und hat eine schöne Barocke Innenstadt.  Palazzi aus hellem Stein und reichlich Verziehrungen prägen das Innen-Stadtbild.

Es gibt hier sogar einen richtigen Weihnachtsmarkt mit Buden und Baum in der Mitte umd Glühwein :-).

Eigentlich fehlt mir nur eine Bratwurst, die fritierten Teigbällchen Pittule überzeugen so nicht wirklich. Es wird ein Crêpes mit dunkler Schokolade und Marshmellows.

Einen schönen 4. Advent aus dem Süden Apuliens. 

Eine Antwort zu „16. Woche: ab in den Süden – 4. Advent in Lecce“

  1. Avatar von Reinald
    Reinald

    Viel Spaß auf der Via Francigena – ich bin diesen in 2016 von Siena nach Rom gewandert. PERFEKT ! Gut, dass du deine Pläne dem Wetter angepasst hast. Bin gespannt wie der Rückweg durch Italien verläuft. Alle Gute in 2025, buon anno e tante belle impressioni !!!

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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