Ich komme erschöpft aber glücklich in Agrigent an und zum Einmarsch läuten die Glocken. Sehr schön. Ich hole mir mein Testomonium ab und ich gönne mir ein paar ruhige Tage in Agrigent. Und dann wird es im Valle di Templi wieder sehr griechisch.
Dle letzte Etappe der Via Francigena steht an, von Aragona nach Agrigento. Etwas mehr als 19 Kilometer nachmal, aber dann bin ich am Ziel. Natürlich ist mein Weg auch diesmal erstmal bergan zum Ort hinaus. Aber dann geht’s über die ruhige Straße entlang an Feldern mit Blumen in allen Farben. Ich komme zu dem Schluss, das Sizilien jetzt im Mai wirklich sehr schön ist und sehr zu empfehlen. Schon allein wegen der vielen Blumen auf den Feldern.
Ich verlasse die Straße und gehe über den eher unebenen Feldweg. Es ist einer dieser Stellen, wo ich mich frage, was einfacher ist. Die etwas längere Straße oder der längere aber unebene Feldweg. Da der Feldweg durch den nächsten Ort führt, wo ich hoffentlich eine Erfrischung für meine Pause finde, entscheide ich mich dafür.









Mein Pausenort heute heißt Joppolo Gianciaxio. Ein kleines Dorf, das einen schönen Ortskern mit kleiner Fußgängerzone hat. Am Caffé bekomme ich nicht nur was kühlen zu trinken, ich schaue auch den alten Männern beim Karten spielen zu. Bis einer nach dem anderen abgeholt wird oder selbst nach Hause fährt. Mittagszeit. Ich mache mich auch wieder auf den Weg, es ist noch ein ganzes Stück. Aber ich habe Agrigento wieder im Blick. Die Skyline erinnert mich an ein Schiff. Das „Bug“ entpuppt sich im Laufe des Weges allerdings als Felsen 😉
Es geht zunächst weiter den Feldweg entlang. Das letzte Stück allerdings wieder auf der Landstraße im großen Bogen um die Stadt herum.



In die Stadt hinein geht es dann aber nochmal durch einen Park – natürlich bergan. Oben angekommen erinnert es an einen vergessenen Freizeitpark zum Spazieren und sitzen mit einem herrlichen Blick aufs Meer.


Bei aufgeregtem 18.00-Uhr-Läuten der Kirchenglocken komme ich erschöpft aber glücklich am Ziel der Wanderung, in Agrigento an!!!

Es geht einmal fast durch die ganze Innenstadt und dann bin ich endlich bei meiner Unterkunft!!!
190 Kilometer von Palermo bis nach Agrigento – geschafft!!!
Piano Piano! So starte ich in Agrigento. Die letzten Tage waren anstrengend genug. Bei meinem ausgedehntem Frühstück laufen mir zwei Mitwanderer, die ich ebenfalls in Sutera getroffen hatte, über den Weg. Ich bekomme noch den Hinweis, wo ich mir meinen letzten Stempel und mein Testomonium abholen kann. Noch ein Foto zusammen und dann heißt es Abschied nehmen. Die beiden reisen heute direkt wieder nach Hause.



Das Testimonium gibt es im Dommuseum, also dann los hinauf. Zum Dom wollte ich ja eh noch hin. Für 5 Euro kann man zu seiner Urkunde noch eine Eintrittskarte für den Dom, den Glockenturm und eine weitere Kirche erwerben. Na dann. Ich bin ziemlich stolz die Urkunde in der Hand zu halten. Ich bin den Weg zwar nicht dafür gelaufen, aber es schriftlich bestätigt zu haben, dass man diese 190 Kilometer geschafft hat, das hat schon was.









Ich besichtige gleich noch das Dommuseum, wo ich schon hier bin.
Vor allem der Elefant vom Sockel des Thrones ist sehr schön. Aber auch die vielen anderen Artefakte. Interessant finde ich den kleinen Reisealtar zum zusammenklappen, den Ritter früher unterwegs genutzt hatten.
Auch der Dom selbst ist sehr beeindruckend. Besonders interessant sind die Muster und Aufschriften an den Deckenbalken, die ich von oben aus vetrachten kann. Aber der Blick vom Balkon über die Stadt auf dem Weg zum Glockenturm ist überwältigend.
Ich schaue mir im Anschluss noch die zweite Kirche Santa Maria dei Greci an, die gleich um die Ecke liegt. Hier sind es vor allem die Ruinen im Fundament, die spannend sind.



Ich schlendere noch etwas durch die Straßen der Innenstadt und so geht der Tag vorüber und finde so manch schöne Fleckchen. Mal künstlerisch mal architektonisch mal kulinarisch schön anzusehen.








Am nächsten Tag ist es weiter ruhig. Die Innenstadt von Agrigento ist jetzt nicht so riesig, da ist man schnell durch. Aber ich muss meine Wäsche waschen und mache mir Pläne für die kommenden Tage. Ich möchte natürlich das Tal der Tempel besuchen und kann eine deutschsprachige Führung buchen. Und ich frage meine Gastgeberin nach der Nummer eines Taxi, da ich am nächsten Tag zur Felsentreppe Scala dei Turci möchte. 70 Euro für Hin- und Rückfahrt sind allerdings zunächst ziemlich viel für meinen Geschmack. Ich finde eine Lösung mit dem Linienbus und etwas laufen.
Ich fahre mit dem Linienbus zum Tal der Tempel und bin promt am falschen Eingang. Völlig untypisch für mich habe ich vorab nicht geprüft wo der Treffpunkt genau ist. Ich habe 20 Minuten Zeit für einen Weg von 30 Minuten! Im Laufschritt masch! Und natürlich hat das Navi wieder einen Weg angezeigt, der nicht geht. Ich kann mich nicht auf eine Fußgängerbrücke über der Straße schwingen. Bei meinem Versuch mir den Weg abzukürzen und einmal über das Gelände zu laufen, werde ich zunächst durch die Aufpasser am Tor aufgehalten. Ich muss gefälligst durch das Haupttor! Ich versuche die Situation zu erklären, das ich gleich eine gebuchten Tour habe und der Guide mein Ticket hat…. Aber richtigerweise geht das so einfach nicht, da ich ja auch noch durch die Sicherheit müsse. Keine Gnade, ich soll gefälligst außen rum oder ein Taxi nehmen. Am Ende, als die gerade vorbeigekommen Gruppe vorbei war, winkten sie mich schnell durch. 🫣
Ich kam nun doch noch pünktlich am Treffpunkt an und lief ordnungsgemäß durch die Sicherheitskontrolle, bei der der Sicherheitsmitarbeiter auf sein Handy schaute …
Die Tour war sehr interessant. Ich habe eine Menge interessanter Dinge erfahren. Z.B. das die Tempel hier deswegen nicht weiß sind, weil Wind, Wetter und Zeit die weiße Farbe abgenagt haben. Die Tempel waren mal weiß, mit einer Farbe aus Fischgeäten und Marmorpulver. Ansonsten wurde der gelbe Sandstein zum bauen verwendet, der hier nun mal ist. Die Idee hätte von Friedrich II sein können, unserem sparsamen Preußenkönig. 😄
Auch das die Concordia, deren Tempel der hoer größte ist, übersetzt „mit dem Herzen“ bedeutet. Der Tempel it der besterhaötenste in Europa und beeindruckt in der Tat. Er wirde von späteren Christen zur Vasilika umgebaut. Diese fanden aber den Weg von der Stadt ins Tag für zu weit, woraufhin eine neue Basilika in der Stadt errichtet wurde. Oder das der Tempel für Asklepios, den Gott der Heilkunst außerhalb des Tals liegt, weil er als Lazarett diente und die Leute mit den teils ansteckenden Krankheiten vor den Toren der Stadt bleiben sollten.
Also eine geführte Tour durch das Tal lohnt sich, zumindest sollte man sich einen Audioguide gönnen. Auf jeden Fall ist es sehenswert!













Eigentlich wollte ich ja erst am nächsten Tag dann die Felsformation Scala dei Turci besuchen. Aber ein zufälliger Blick auf die Wetter-App sagte schon Regen voraus. Drr Imbissverkäufer am Ausgang des Tals der Tempel erzählte auch was von morgen viel Regen… Hmm, klingt nicht so gut für meine Planung. Es gibt hier aber einen Taxistand und ich beschließe kurzer Hand mal zutrauen was es kostet, dorthin zu fahren.
35 Euro pro Tour. Also bezahle ich nun doch 70 Euro für das Taxi und besuche den Felsen gleich noch mit. Ich verabrede mit dem Fahrer eine Zeit, wann er mich wieder abholen wird und habe 2 Stunden Zeit.
Es sieht wunderschön aus und ist wirklich beeindruckend.










Den Rest des Tages bin ich knülle und ruhe matt auf dem Bett. Lediglich zum Abendessen geh ich dann nochmal raus und es ist drückend schwül. Der angekündigte Regen ist quasi zum greifen nahe.
In den frühen Morgenstunden werde ich dann auch vom Donner wach. Es blitzt, donnert und regnet was das Zeug hält. Das Wetter muss zeigen, was es heißt, wenn es auf Sizilien mal ordentlich regnet.



Also Ruhetag. Aber es gibt einiges zu tun. Zim Beispiel Postkarten schreiben. Tagebuch schreiben, Reiseplanung…
Zum Abschluss dieser Wanderung habe ich mir 3 Tage in einem Wellness-Hotel am Meer gegönnt. Mit dem Bus fahre ich nach San Leone, das südlich von Agrigento direkt am Meer liegt. Ich steige in der Ortsmitte am Hafen aus. Ich habe nicht nur noch reichlich Zeit bis zum Check-in, ich möchte zudem die letzten 4 Kilometer am Strand entlang laufen. Ich laufe allerdings nicht direkt am Strand, sondern an der Strandstrasse und genieße immer wieder den Blick aufs Meer. Es ist ziemlich windig, das Wetter lädt also eher noch nicht zum Baden ein.






Ich komme gegen 13.00 Ihr am Hotel an, Check-in ist aber erst ab 15.00 Uhr möglich. Ich nehme mein Handtuch, Buch und etwas Verpflegung mit und warte also solange am Strand. Trotz Wind bei der Sonne ganz schön.
Am Nachmittag habe ich dann auch schon meine erste Massage. 😊
Beim Abendessen im Hotelrestaurant lerne ich Urs aus der Schweiz kennen. Zwei Alleinreisende die deutsch reden sind froh, sich nett zu unterhalten. Und wir unterhalten uns wirklich sehr nett. Urs fährt leider am nächsten Tag weiter. Wir treffen uns nochmal kurz beim Frühstück und schon trennen sich wieder unsere Wege. Für mich geht’s wieder ins SPA, er fährt weiter über Sizilien.
Ich habe meine zweite Massage und einen Timeslot im Wirlpool und genieße die Ruhe.
Am Abend dann mal die Pizzaria an der Hauptstraße. Soviel gab die Karte im Hotelrestaurant für mich nicht her. Und hier war nicht nur die Pizza super lecker, auch das Dessert frittierte Gnoggi gefüllt mit Honig und Riccotta. Lecker!



In der nächsten Woche endet meine Wellness-Pause und es geht weiter auf Städte-Tour im Süden Siziliens. Die nächsten Stationen sind Gela und Ragusa.







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