In dem kleinen Dörfchen Filagra ging es weiter auf der MVF Sicilia bis fast ans Ziel in Aragona. Es gab Aufs und Abs – geografisch und mental. Eine Flussdurchquerung zu Fuß und eine Pferdeparade.
In Filagra war ich in einer Art Klassen-/Gruppen-Camp untergebracht, im großen Schlafsaal mit Doppelstockbetten und Speisesaal ließ es sich dennoch gut nächtigen, zumal ich fast allein war – zumindest im Schlafsaal. Aber am Morgen ging es wieder weiter – zunächst zurück auf die Via Francigena, was aber gut ausgeschrieben war. Dann auf den Weg nach Castronovo.

Es ging recht bald durch einen Naturpark hindurch, es kam immer mal eine Bank und ein paar Hinweise zur Natur, die wirklich schön war. Leider hatte ich keine Zeit diese zu studieren uns auch den Seiten-Naturlehrpfad lies ich aus. Zumal es gerade richtig ordentlich aufwärts ging und ich oben dann einen Pausenplatz suchen wollte. Aber der war schon da! Ein großer Picknickplatz mit Tischen und Bänken lud zum Rasten ein. Da legte ich dann doch glatt meinen Mittagsstop ein. Einige andere Wanderer zogen vorbei, andere nuzten den Platz ebenso zum Rasten.


Als es wieder los ging, eine Runde weiter zur nächsten schönen Stelle mit einem kleinen See. Wieder einmal nicht richtig auf den Weg geachtet und stattdessen beim Laufen die Natur betrachtet – zack ich lieg wieder am Boden.
Und es ist immer das Gleiche, ich knicke mit dem linken Fuß weg und fallen auf das rechte Knie. Die Hose hatte nun schon ein Loch an der Stelle, in Prizzi konnte ich das nähen lassen. Diesmal war kein Loch drin, aber ich hatte mir das Knie aufgeschlagen. Also Hose hochkrempeln und erstmal Luft ranlassen.
Auf dem Weg nach Corleone bin ich auch schon 2x weggeknickt… In Prizzi hatte sich alles gerade wieder etwas erholt. Nun schon wieder. Es war zum verrückt werden.
Die zwei anderen Wanderer vom Picknickplatz haben mir dann zumindest aufgeholfen und wir sind noch ein wenig gemeinsam gelaufen, bis sie etwas schneller weiter wollten. Aber nun war ich einigermaßen wieder im Schritt und besserer Dinge. Es ging ja auch erstmal etwas bergab.
Aber natürlich auch immermal wieder hoch. Na so ist es eben. Ich kam noch an einer Kirchenruine vorbei, an der auch noch eins/zwei andere alte Häuser standen. Warum hier in aller Ferne von allem eine Kirche gestanden hat, bleibt mir weiter unklar.



Es ging nun weiter durch die Ebene ein kleines Stück an der Straße entlang und dann gegenüber weiter auf dem Wanderweg. Bis der etwas kleinere nächste Naturpark kam. Immer in hör- oder Sichtweite zur Straße und durch Weideland hindurch. Die Weidezäune sind hier aber so gemacht, dass man sie an einer Seite öffnen kann. Aber bitte dahinter wieder schließen! Mach ich doch.
Ich kam an einen weiteren Picknickplatz und die Autos und anderen Menschen gaben schon das Gefühl, das der Zielort Castronovo nicht mehr allzu weit sein konnte. Der Blick auf die Karte bestätigte dies, noch etwa fünf Kilometer. Eine kleine Pause legte ich trotzdem nochmal ein.




Hier gab es nicht nur reichlich Tische und Bänke, auch Grillplätze und sogar eine Kapelle gab es hier. Und es gab gleich drei Wegweiser nebeneinander. Allerdings hatten sie alle drei unterschiedliche Längenangaben zum nächsten Ort.
Wieder etwas gestärkt ging es dann zum letzten Teil des Weges hinein in den Ort.
Nach 22 Kilometer Weg endlich das Ortseingangsschild. Nach einer solchen Strecke ärgerte ich mich etwas, das meine Unterkunft eine Stück am anderen Ende des Ortes lag, aber ich tröstete mich damit, daß ich den Weg dann morgen nicht laufen muss. 😉






Und dann das! Die ganze Innenstadt war festlich geschmückt mit der Lichterdeko. Es war für Autos gesperrt und das Programmplakat verriet, gestern war Prozession (leider verpasst) aber heute ist nochmal Fest. Na dann! Ist ja das Abendprogramm klar. Und ich traf die zwei anderen Wanderer wieder, Alex und Giuseppe aus Catania. Wir wollten uns eigentlich bei den Easensständen treffen, aber bei den ganzen Menschen hat das natürlich nicht geklappt. Heute also mal nichts mit groß ausruhen. Und das nach der langen Strecke!!! Na wird schon passen.



Der Teil des Festes, den ich mitbekommen habe, war dann hauptsächlich eine Pferdeparade. Von allen umliegenden Orten waren Reiter mit den Pferden da und es wurde durch die Hauptstraße geritten. Nicht einfach so. Pferd für Pferd wurde anmoderiert, und dann vor der Tribüne vorbeireiten, alle klatschen, und dann wieder weg. Von den ganz Kleinen, die zum Teil von Mama oder Papa gehalten wurden, wo man nicht wusste wem es mehr Stress verursachte dem Pony oder dem Kind, aber die Eltern waren mit Eifer dabei. Manche Junioren schlugen sich schon ganz gut und zeigten was sie schon konnten. Die größeren Reiter und Pferde mussten zum Teil auch sehen, dass sie das hinbekamen, die meisten schafften das aber ganz gut. Der krönenden Abschluss waren dann klar die erfahrenen älteren Reiter, die ihre Pferde da mit Stolz präsentierten und zeigten, daß sie das drauf haben.






Wenn man bedenkt, dass die Pferde eine ganze Weile in den Straßen gestanden haben, stückchenweise vorwärts, immer wieder stehen und warten, zig andere Pferde drumherum, viele Leute, laute Musik, Lichter…. Was für ein Stress für die Tiere. Und manchem Tier und Reiter sah man das auch an. Aber trotzdem war es ein Riesenspaß für alle. Und hier eben Tradition.





Ich hab im Anschluss noch die Lichterdeko bestaunt und das Fest genossen. Um 22.00 Uhr ging dann erst die Livemusik los, ich bin dann aber bald zurück. Am nächsten Morgen wollte ich schließlich rechtzeitig los. Die nächste Strecke mit rund 15 Kilometer wollte auch bewältigt werden.
Ich verpasste zwar das Feuerwerk, aber das hab ich hingenommen. Ich war einfach zu müde.



Am nächsten Tag war ich einigermaßen guter Dinge. Einigermaßen ausgeschlafen ging es zeitig los. Es standen nur 13 Kilometer auf dem Zettel mit dem Ziel San Giovanni Gemmini – was sollte nach der Tour gestern schon schlimmes kommen? Also erstmal ein Caffé suchen und was frühstücken.








Ich hatte aber mal wieder nicht daran gedacht, das der Wanderweg manchmal auch etwas quer durch Feld und Wiese gehen kann. Das heißt unebener Boden (bei meiner mäßig vorhandenen Trittfestigkeit 🫣), immer wieder hoch und runter, aber und an ziemlich ordentlich hoch bei knallender Sonne….
Also so easy war der Weg also dann doch nicht. Aber es war okay.
Zum Ort hinaus ging es erstmal an der Kapelle für den Ortspatron Fra Vitale Lino und am Denkmal der Mafia-Opfer vorbei und dann ein Stück die Straße entlang. Bis es dann in den Wanderweg abging. Durch die Wiesen – zum Teil schulterhoch standen die Pflanzen, durch die der Pfad aber gut erkennbar war. Aber dennoch mit Vorsicht zu gehen. Unebenheiten im Boden und unter dem umgeknickten Pflanzen lagen gern mal noch größere Steine, so war Vorsicht geboten. Und wie war das hier gibts ja auch Schlangen! Also Wanderstöcker raus und immer Boden testen und klopfen. Mich überholte dann ein anderes Wanderpärchen, das ich gestern schon getroffen hatte und die auch in der gleichen Unterkunft waren. Also lass ich die doch vorgehen und habe eine Idee, wo es lang geht und der die Schlangen verscheucht 😉.



Aber auch die zwei waren ein Stück schneller als ich. Ich geh halt lieber in Ruhe. Ich gab sie dann später wieder überholt.
Aber der Weg wurde dann auch wieder besser. Nach einem weiteren Anstieg ging es an einer Felswand mit einigen Höhlen vorbei. Angeblich soll Fra Vitale Lino hier gelebt und zunächst begraben gewesen sein.


Nach dem Tal ging es wieder wieder anständig hinauf, und wenn man denkt, man ist da, geht der Weg um die Ecke und weiter bergan. Uff. Es ging noch bis zum Ziel immer wieder etwas hoch und wieder runter, um danach wieder hoch zu gehen. Selbst nach Ankunft im ersten Ort Cammerata ging es ständig auf und ab. Es war einer der Tage, wo mir das echt die Nerven raubte. Mit Grauen dachte ich daran, dass es ja noch nicht mal Sommer war! Und auch in meinem direkt angrenzendem Zielort San Giovanni Gemmini ging es zur Unterkunft nochmal ordentlich hinauf! Puh!









Irgendwann war ich aber dann da. Duschen, ausruhen, Abendrunde, Essen suchen (in der Regel Pizza), zurück und schlafen. Jeden Tag der gleiche Ablauf. Abendroutine der anderen Art.




Meine Laune war auch am nächsten Tag nicht sehr viel besser. Es ging heute zwar nicht allzusteil bergauf, aber dennoch. Der Weg führte ins Tal, über die Schnellstraße und wieder bergan durch ein Dorf, um danach wieder ein ganzes Stück bergab und durchs Tal zu gehen. Muss das sein? Warum in den Ort auf den Hügel wandern, um dann wieder hinunter zu gehen? Das Ziel des Tages hieß Sutera, die Stadt die um einen Felsen drumherum gelegen ist. Es ging eigentlich erst zum Schluss in die Stadt rein etwas bergan, bis dahin sollte der Weg eigentlich relativ flach sein – bis auf dieses Dorf auf dem Hügel. Meine Motivation war ziemlich gering nach dem auf und ab am gestrigen Tag.
Es kam dann anders. Es galt wieder der Merksatz: „Achte auf den Weg, schau nicht in die Gegend beim Laufen!“ Denn: zack, da liegt sie wieder!
Es reichte ein kleiner Stein auf dem Weg. Und wieder links weggeknickt, rechts das Knie gestoßen. Diesmal muss es stärker geknackt sein, mein Fuß tat richtig fieß weh. Und nun? So komme ich doch nicht bis nach Sutera!
Der Zufall half mir. Ich fiel nämlich fast vor den Toren eines Hotels und es kamen auch gerade Mitarbeiter mit dem Auto an. Die haben mich erstmal eingesammelt und ins Hotel gebracht. Ich bekam etwas zu trinken, etwas Eis für den Fuß. Krankenhaus? Nein. Wirklich nicht? Nein. Ich kenne meinen Fuß. Wenn was gebrochen wäre, wäre es anders. Ich muss nur nach Sutera, morgen ist mein Ruhetag. Danach schau ich weiter.


Man bot an, mich am Nachmittag nach Sutera zu fahren. Ja, das wird wohl besser sein. Mille Grazie – Tausend Dank. Ich bekam noch was zu trinken und eine Kleinigkeit zum Mittagessen. Die Leute übernahmen es auch, mich in meiner Unterkunft telefonisch anzumelden. Die 30 Euro für die Fahrt hab ich gern bezahlt, für das Essen durfte ich nicht bezahlen, das hat der Manager so entschieden. Ein ziemlich älterer netter Herr, der irgendwann mal in Deutschland gearbeitet hatte (wie viele ältere Leute) und ich mich ein wenig mit ihm in italienich/deutsch unterhalten hatte. So ist das durchaus mal in Italien. So kam ich also doch noch gut in Sutera an.
Mein Gastgeber war dann auch gleich da und half mir hinauf ins Zimmer. Noch etwas Eis für den Fuß. Ob ich mit zwei anderen Gästen am Abend zur Pizzeria fahren wollen würde (und wieder abgeholt werden)? Na klar, gern! Die zwei anderen Gäste waren dann Alex und Giuseppe aus Catania, die ich vor und in Castronovo schon getroffen hatte!!! Na so war es zumindest noch ein guter Abend mit gutem Essen und guter Gesellschaft. Auf der Rückfahrt fährt der Fahrer Franco uns noch etwas durchs Örtchen. Die Prozessionslichter werden gerade abgebaut, aber beiden Männer schalten die noch stehenden Lichter extra nochmal an. Die Mädchenaugen aus Deutschland strahlen mit den Lampen um die Wette. Es sieht aber auch zu schön aus. 🤩🤩🤩





Pause in Sutera. Meine Füße, vor allem der Knöchel danken. Am Morgen geht es schon wieder etwas besser. Nach dem Frühstück verabschiede ich mich von Alex und Guiseppe. Ich mache mich nach etwas Pause auch auf, eine kleine Runde durch den Ort. Und ich will etwas Obst und Brot kaufen. Der Obstmann kommt dankenswerterweise durch den Ort und hält gerade hinter dem Haus als ich los will.
Den Brotladen muss ich etwas suchen. Sutera ist etwas tricky um den Berg herum gelegt und hat was von einem Labyrinth. Selbst Google Maps hat Orientierungsprobleme. Aber ich finde am Ende zum Museum, zur Kirche am Hauptplatz und zum Ziel, dem Brotladen.















Zum Mittag dann Tomaten mit Öl und Brot auf der Terrasse. Ausruhen. Am Abend wieder ins Ristorante. Ich treffe meinen Vermieter und bitte ihn dort anzurufen um wieder den Fahrer Franco zu bestellen. 😉Wir sind uns einig, dass das eher zum Ziel führen wird. 😄
Wir sind dann 5 Personen, die mitwollen, auf dem Hinweg werden noch 2 Runde gefahren, zurück wird sich hinten zu viert gequetscht. (Das ist Italien). 🙈
Nach einem Pausentag waren ich und mein Knöchel wieder etwas erholt und ganz froh, zunächst drei Tagesmärsche mit jeweils nur ca. 13 Kilometer auf dem Zettel zu haben. Das hieß zwar noch nicht, das das auf und ab aufhörte, aber es beruhigt die Nerven etwas. Zumal am vierten Tag das große Ziel Agrigento wartete und die Wanderung dem Ende entgegen ging.
Die nächste Etappe führte mich zunächst nach Milena. Die andere Gäste am Abend nahmen die nächsten 13 Kilometer bis Grotte gleich mit, ich nicht. Die Strecke hatte eh in sich. Ich hatte mitbekommen, und wurde am Abend auch nochmal darauf hingewiesen, dass es im Tal einen Fluss zu Fuß zu queren galt! Sowohl Alex hatte mich darauf aufmerksam gemacht. Als auch das zweite Pärchen am Abend, die in entgegengesetzten Richtung nach Palermo unterwegs waren und diesen an dem Tag durchquert hatten. Aber es sei nicht sehr tief und mit Wanderstöcken gehts. Tranquilla! Nur die Ruhe bewahren, dann geht’s. Tranquilla! (so lernte ich wieder ein neues italienisches Wort 😉)
Ich ging also voll motiviert los. Das schaffe ich! Andere habe das auch geschafft. Das Wissen um die Flussdurchquerung zu Fuß hatte sich allerdings mit etwas Unbehagen in meinem Kopf festgesetzt. Aber erstmal los. Aus der Stadt raus, 3 Kilometer die Nebenstraße entlang ins nächste Dorf Campofranco. Kurze Pause. Was Trinken, Kirche besichtigen, weiter.


Weiter hinab ins Tal, in die Ebene mit wilden Blumen, Getreide, Felsen… Eigentlich schön. Aber wo war jetzt dieser vermaledeite Fluss, durch den ich muss? Zu sehen war lange nichts. Ich wollte das hinter mich bringen. Wer weiß, wie das klappt und wie lange ich brauche?
Und dann ist er da. Man sieht die Trampelpfade der anderen, die einen Hinweis geben, wo es wohl am Besten lang geht. Gut, hilft ja nix. Ich schaff das!! So heißt das Tagesmotto. Schuhe und Socken aus, untere Hosenbeine ab, Gummistopper der Wanderstöcker ab, die Metallspitzen sind jetzt wohl besser. Rucksack auf und langsam los. Tranquilla!!!






Und nur so, mit Ruhe ging es dann auch. Das Wasser war nicht sehr kalt, aber schlammig, so das man den Boden nicht sah und somit mit den Füßen tasten musste. Einen Schritt nach dem anderen und gut mit den Stöcken im Gleichgewicht bleiben. Dann wird das was.
Das schlimmste, was passieren kann, ist ich Falle ins Wasser und stoße mich ordentlich. Dann bin ich eben nass. Es ist mittlerweile warm genug, das das alles wieder gut trocken wird.
Und es wurde was. Ich habe es geschafft! Erleichtert und glücklich mach ich erstmal Pause und esse was. 👍💪
Im Anschluss wieder etwas hinauf und an Feldern vorbei. Oben setzt ich mich nochmal kurz hin und genieße nun endlich diese Landschaft. Der Kopf ist wieder frei.
Die letzten vier Kilometer bis Milena geht es gemütlich leicht aufwärts.







Und am Abend? Für mich gab es mal wieder Nudeln mit irgenwas-Sahnesoße (diesmal getrocknete Pilze). Und für die Welt einen neuen Papst. Leo XIV.


Also geht es am nächsten Tag weiter bis nach Grotte. Wieder steht als erstes ein ordentlicher Anstieg an. Wie schon gestern stehen auch hier am Wegesrand bunte Schilder, die mit motivierenden Sprüchen versehen sind. Zum Beispiel auf dem Weg hinauf, kurz vor dem Gipfel der Hinweis „Best view ist loading…“. Oben wartet eine ebenso bunte Bank und man kann in der Tat einen herrlichen Ausblick genießen. Ich sehe Milena im Tal, die Berge und sogar in der Ferne den Felsen von Sutera. Ich kann beobachten, wie zwischen den Tälern und Hügeln die Wolken entstehen.






Bevor die Wolken es sich überlegen könnten, in meine Richtung zu ziehen, mach ich mich wieder auf, weiter zum Zwischenstopp Raculmuto.



Raculmuto ist ein nettes kleines Städchen, aber es war nicht so einfach, ein geeignetes und vor allem schattiges Plätzchen für die Pause zu finden. Die freien Bänke stehen in der Sonne, die Lokale haben ihre Sonnenschirme noch nicht oder schon wieder geschlossen. Aber dann finde ich doch noch was. Ein kleiner schattiger Seitentisch eines Lokals, was jetzt aber Pause macht. Die Küche räumt noch das Mittagsgeschäft auf, keiner stört sich daran, dass ich an einem der Tische sitze und mein eigenes Panino esse.
Kurzer Blick noch in die Kirche, bevor auch dort Mittagspause ist, und es geht weiter. Letzter Abschnitt des Weges mit rund drei Kilometer bis Grotte. Im Ort angekommen begrüßen mich quasi die älteren Männer auf der Bank vor der Kirche. Ich bin froh, angekommen zu sein und dankbar über meine Entscheidung, die Etappe zu teilen hier einen Stopp einzulegen. Bei dem Gedanken, jetzt vielleicht nochmal 13 Kilometer laufen zu müssen … Danke nein. Dann lieber einen Aperol in der letzten Sonne am Nachmittag ☺️.




Schon bei der Ankunft merke ich, dass es in Grotte viele Bilder an den Hauswänden gibt. Sie scheinen hier eine Vorliebe für Frauenbildnisse zu haben…




Beim Aufbruch in Grotte kann ich Agrigento und die Küste schon sehen, dennoch schlägt der Weg einen Haken mit einem „Umweg“ von über 15 Kilometer. Aber wer will schon Landstraße laufen?

Also in den Wanderweg einbiegen, an Feldern vorbei und um einen Felsen herum. Und natürlich ordentlich bergauf. Oben gibt es zumindest einen vernünftigen Weg und ich komme an einem Gebäude vorbei, an dem ich nicht herausbekommen kann, was es eigentlich ist oder war. Es sieht aus wie eine Sternenwarte aber hier gibt es wohl auch alte Bergbauhütten.



In den Orten Comitini und Aragona ist der Bergbau jedenfalls Thema. Im Pausenort Comitini kann ich nicht nur etwas zum Mittag essen, sondern gleich für mein Abendessen einkaufen. Dafür wird extra der fahrende Gemüsehändler angerufen, er möge nochmal zurückkommen, damit ich meine eine Zucchini und Tomate kaufen kann. Sahne bekomme ich schnell noch im Minimarkt, Nudeln hab ich dabei. Abendessen steht.


Comitini hat einen sehr schön gestalteten Hauptplatz und ich schaue etwas sehnsüchtig dem Bus nach Agrigento hinterher. Aber es wird nicht geschummelt, es wird gelaufen.
Es ist noch ein kleines Stück bis Aragona. Ich habe den Eindruck der Wanderweg wird zum Panoramaweg, einmal um den Ort herum, bevor es dann hinauf in die Stadt geht.




Es scheint als ob die Prozessionssaison anfängt. Auch hier ist Stadtfest und die Kirche und der Vorplatz sind mit Lichtern geschmückt. Hier ist es ein richtig kleiner Rummel und ich lasse es mir nicht nehmen und fahre eine Runde auf dem Kettenkarussel.






Zuvor mache ich meine Runde durch den Ort. Auch hier ist reichlich Kunst vorhanden und ich komme an einer Künstlerwerkstatt vorbei, in der in Kartons aus Pappmaché kleine Panoramen gebaut werden. Hauptsächlich Szenen aus dem Leben Jesu. Sehr interessant.








Zufrieden gehe ich ins Bett, morgen sind es nochmal 19 Kilometer, aber die letzte Etappe und Ankunft in Agrigento stehen auf dem Plan.
In der nächsten Woche komme ich endlich in Agrigento an. Ich verbringe hier einige Tage und besuche das Tal der Tempel.







Hinterlasse einen Kommentar