Es geht mit dem Bus zurück nach Palermo. Von hier starte ich auf der Magna Via Francigena Sicilia nach Agrigent. 195 km in 12 Etappen.
Die Rückkehr nach Palermo mit dem Bus war relativ unspektakulär. Es fuhren zwar mehre Busse hintereinander nach Palermo, aber irgendwann hatte ich auch meinen richtigen Bus gefunden. In Palermo hatte ich mir für die eine Nacht ein Hotelzimmer gebucht und nun hieß es nochmal Wäsche waschen, ausruhen und am Abend noch was essen. Pizza, geht eigentlich immer.
Am nächsten Morgen ging es auch schon los. Die Magna Via Francigena Sicilia von Palermo nach Agrigent wartet auf mich. Der Tag startete mit einem Gang durch die Altstadt. Noch einmal vorbei am Teatro Massimo, die Via Maqueda entlang und hinter der Kathedrale zum Porta Nouva hinaus.




Das Wetter war an diesem Tag nicht so gut drauf, meine neue Regenjacke durfte direkt mal zeigen, ob sie ihr Geld wert ist. (Ich war zufrieden.)




Beim Verlassen des Hotels nieselte es etwas, was aber schnell nachlies. Abet auf dem Weg hiauf nach Monreale traf mich dann schon ein heftiger Regenschauer. Zum Glück fand ich was zum Unterstellen. Oben an der Kathedrale Monreale angekommen rettete ich mich die Flucht in ein Ristorante vor der nächsten Dusche. Es war eh Mittagszeit und so nutze ich die Zwangspause zur Stärkung.
Da es noch den ganzen restlichen Tag regnen sollte, machte ich mich irgendwann dann doch auf. Noch schnell die vorbereitete Prozessionsdeko bewndern und dann die Gelegenheit des etwas nachgelassenen Regens nutzen und weiter. Es lag noch ein ganzes Stück Weg vor mir. Einmal durch das Tal bitte. Zum Glück ließ der Regen zunächst erstmal nach. Kurz vor dem Ziel ging es aber wieder los. Das Glück war mir aber auch wieder hold, ich wurde mit einem Auto mitgenommen und dann noch bis zur Tür begleitet. 😊








Meine Unterkunft un Altoforte hatte eine Badewanne. Also nach gut sieben Monaten mal wieder ein warmes Bad!!! Genau das Richtige an einem verregneten Tag!
Am nächsten Tag war die Welt wieder sonnig, es ging weiter, natürlich erstmal bergauf, und als erstes an einem Kreuzweg entlang. Kurz danach eröffnet sich mir die grüne Hügellandschaft Nordsiziliens. Grüne Hügel mit Felsen soweit das Auge schauen kann, ab und an einige Gehöffte. Unbeschreiblich schön!










Nach einiger Strecke durch die Ebene ging es bergan und ein neuer Postkartenblick eröffnet sich mir. Berge, Tal und ein großer See.



Kurzer Zwischenstopp im Tal in San Cristina Gela. Andere Wanderer sind am Ziel, ich habe noch 5 Kilometer. Noch einmal durchs hohe Gras und den Hügel hinauf klettern. Dann bin auch ich am Ziel für heute. Dafür habe ich morgen „nur“ rund 22 km.








Kaum bin ich am nächsten Morgen – extra ein bisschen eher als sonst – gestartet hat mich auch schon die 4er Männertruppe, die ich gestern schon in San Cristina getroffen hatte, auch schon eingeholt. Wann sind die denn aufgestanden?
Ich schließe mich denen ein Stück weit an und lasse mich etwas mitziehen. Hemeinsam durchstreifen wir gefühlt endlosen Feldern und Wiesen mit roten und gelben Blumen. Es sieht wunderschön aus und es riecht und summt überall unaufhörlich. Die Felsen im Hintergrund geben der Landschaft einen eigenen Charakter. Es sieht unglaublich aus. Wir machen Rast an einer Kirche. Auf den Stufen sitzen und was essen und trinken tut gut. Wir kommen ein wenig ins Gespräch – soviel wie es mit den Sprechbarrieren irgend geht. Sie kommen aus dem Norden Italiens, aus Piermont und wandern wohl öfter zusammen, auch durch die Berge. Das erklärt dann auch deren Tempo 😉.
Am Nachmittag brauche ich dann aber doch mal etwas mehr Pause, auch wenn es nur noch 5 Kilometer sind, aber es sind schon mehr Kilometer gewesen, als ich sonst meistens laufe. Und alles mit nur einer kurzen Pause. Ich ind meine Füße, wir können erstmal nicht mehr und ich bleibe an einem Bach zurück. Pause, auftanken und was essen. Und einen Schlange beobachten 😳















Dann den letzten Akt, erst einen ziemlich steilen Anstieg, Abstieg und wieder hoch, rein ins Örtchen. Da die Herren mich nur ungern kurz vor dem Ziel allein zurück gelassen haben, hatte ich nun eine Telefonnummer von denen und konnte mich so nicht nur in Corleone „angekommen“ melden, sondern gleich auch zum Abendessen verabreden. Mal in Gesellschaft essen ist auch schön. Auch wenn ich fast nix verstehe… 😉






Am nächsten Tag haben wir nicht nur das selbe Ziel, wir haben auch die gleiche Unterkunft. Prizzi hat da auch nicht so viel Auswahl 😉. Unser weiterer Kompanion aus Holland landete dann daher auch in dieser Unterkunft. Gio, von mir zutreffend „Mr. Speedy“ genannt hatte ein Tempo drauf, das mich seht beeindruckt hat. Er ist später losgegangen und trotzdem eher angekommen. Verrückt, aber nett.
Ich bin wieder allein, in meinem eigenen Tempo unterwegs. Ich versuche etwas früher aufstehen und zu starten, um vor der Wärme ein bisschen Strecke zu machen. Es gelingt mir nur ein wenig.
Auch diesmal eine sehr schöne Strecke. Es geht zum Ort hinaus und nach einem kurzen Stück relativ gut Bergan. Vor dem Anstieg lockt aber noch eine Quelle zum Kraft und Wasser auftanken.
Danach geht es aber eine gemütliche Weile hinab und durch das Tal. Das Gehöft unterwegs ist leider verschlossen, aber immerhin finde ich ein schattiges Plätzchen, um Pause zu machen. Unterwegs habe ich aber auch mit ganz anderen „Gefährten“ zu tun – eine Schlange, eine große Heuschrecke lässt sich fotografieren und unzählige Bienen. Wer stellt den geschätzte 30 Bienenkörbe unmittelbar am Wanderweg auf? Das ist ziemlich tricky. Man muss durch deren Einflugschneisse hindurchwander. Mund zu, Kopf runter und Marsch! 3x hatte ich das Vergnügen. Und immer wieder die Angst, die fliegen ins Gesicht. Beim ersten Mal hatte sich eine am Rucksack verklemmt, so dass ich den erstmal abwerfen musste, beim 2. Mal dann doch einige im Gesicht und dann doch gewedelt und nur noch gerannt. Das 3. Mal ging es dann. 4 Bienenstiche! Nichts schlimmes, aber es war schon irre.

















Kurz vor Prizzi – das natürlich auf einem Berg liegt 😒 – ist dann noch ein See, an dem ich eigentlich Pause machen möchte. Die Idee vonn „Füße ins Wasser halten“ kann ich streichen, es ist alles mit Schilf bewachsen und dient zudem als Weide für Kühe. Aber einen kleinen Schattenplatz unter einem Baum am Wegesrand finde ich dennoch Verschnaufpause vor dem letzten Stück Weg, der mit am Ende 19 km auch eine ordentliche Länge hat.





Bei der Ankunft sagt mir dann die Hinweistafel nicht nur klar und deutlich, das ich angekommen bin, Fliesen im Boden sagen auch, wo es nun hingeht. An der Kirche vorbei bestaune ich den Gabentisch, bei den Damen, die innen aufräumen erfahre ich, es ist Ehrentag von San Giuseppe Lavoratore – 1. Mai, Tag der Arbeit. Auch dafür gibt es einen Schutzheiligen. Wir haben hier in Prizzi zu sechst noch einen schönen Abend, dann kommt der Zeitpunkt des Abschieds. Die Fünf ziehen am nächsten Tag weiter, ich ruh mich aus. Auf die anderen warten nach der Wanderung wieder Verpflichtungen daheim.
Von mir müssen derweil vor Ort andere wichtige Dinge erledigt werden: Friseur, Einkaufen, Nägel feilen und ein Stadtbummel. Am Abend kommt der nächste Wanderer an, Ottaka aus Prag. Auch er hat eigentlich keine Zeit zum Ausruhen, er muss in 12 Tagen wieder arbeiten. Aber wir haben einen netten Abend mit gutem Essen und gutem Gespräch. Er möchte neben der Wanderroute unbedingt noch ein kleines Dorf besichtigen, das etwas abseits der Strecke liegt. Dort wurde der Film „Cinema Paradiso“ gedreht, aber es verlängert erheblich die Etappe. Ich hoffe, er hat es wie geplant geschafft.









Ich lege auf dem Weg zur nächsten Etappe in Castronouvo einen Zwischenstopp in dem kleinen Dorf Filagra ein. Somit habe ich an diesem Tag nur knapp 6 Kilometer und die gemächlich leicht bergab und durchs Tal. An der alten Bahnlinie entlang hinaus und dann gemächlich ein bisschen Anstieg und ein wenig Abstieg. Die Gesamtstrecke von Prizzi bis Castronouvo mit 25 km ist mir doch etwas weit. Ich hoffe, es so auf 22,3 km ab Filagra zu verkürzen. Die Wegeshinweise in Prizzi mit der Angabe 21,7 km bis Castronouvo machen mich allerdings stutzig, ob das mal so richtig war. Nun ist es eben so geplant und es war richtig so.






In der Nächsten Woche kommt dann der zweite Teil der Strecke. Mit Pausentag in Sutera und Flussdurchquerung zu Fuß. Bis fast zum Ziel in Aragona.







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