Eine spannende Woche in Palermo geht zuende. Mein Abenteuer Sizilienrundreise beginnt. Mein erster Halt ist die Westküste, es geht mit dem Bus nach Marsala, am westlichsten Punkt Siziliens.



Nach einem guten Sonntagsfrühstück mit Osterkuchen, Osterkerze und zwei Eiern ging es raus. Es sollte ein schöner warmer Tag werden und ich wollte die Strandpromenade erkunden. Vom Bus aus hatte ich gesehen, das es dort einen Park gibt, wo man auch auf der Wiese liegen kann und am Straßenrand Street-Food-Stände stehen. Das hörte sich nach einem entspannten Tag an. Es wurde ein entspannter Tag. Am Anfang noch etwas windig, das ließ dann aber nach. Im Schatten der Palmen mit Blick aufs Meer die Sonne Siziliens genießen. Nebenan hatten sich ein paar Leute zusammengefunden, die ein bisschen Musik machten. Das Essen vom Grillstand schmeckte super. Gegrillter Speck um Frühlingslauch gewickelt mit groben Kräutersalz und ein paar Spritzer Zitrone drüber. Müsst ihr mal probieren.








Den Wind am Meer haben einige zum Drachensteigen genutzt, die Händler haben einfach verschiedene Drachen hintereinander gebunden und gemeinsam steigen lassen. Das sah sehr schön aus.
Für mich gabs Rückensonnenbrand gratis dazu. Das ist bisher wirklich mal ein Punkt, wo mir eine zweiteEine spannende Woche in Palermo geht zue Person ganz lieb wäre – beim Rücken eincremen. Aber es geht schon.






Der Ostermontag ist mein letzter Tag in Palermo. Ich mache nochmal einen Bummel durch die Gassen in der Nähe des Hafens. Ich lasse mich treiben und sammel nochmal Eindrücke. Morgen geht es weiter nach Marsala, dort ist der westlichste Punkt Siziliens.








Ich habe mir ein Busticket gekauft, mit dem Bus gibt es eine schnellere Direktverbindung, statt mit Umsteigen bei der Bahn. Die Bushaltestelle hingegen ist nicht so einfach zu finden. Es stehen zwar Schilder, die auf Busverkehr hinweisen, aber die sind von den Stadtlinien. Aber ich finde meinen richtigen Bus und steige ein. Ich verstehe beim einsteigen nicht, dass mir der Busfahrer meine Platznummer ansagt und suche mir erstmal einen schönen freien Platz. An der nächsten Haltestelle gibt es daher etwas Trouble, da mir ein älterer man deutlich sagen will, er hätte diesen Platz. Das Problem kann aufgelöst werden, schließlich ist ja mein Platz noch frei. Alles gut.










Ich bin auf der Fahrt vermutlich die Einzige, die förmlich mit der Nase an der Scheibe klebt, aber die Landschaft ist wirklich interessant. Viele Täler und Berge. Dörfer die sich dazwischen schlängeln und die Bauern versuchen auf unebenen Flächen etwas Landwirtschaft zu betreiben. Meistens sind es Oliven- oder Obstbäume, manches mal Wein.
In Marsala hab ich zunächst etwas Trouble mit meinem Vermieter, da etwas anderes im Angebot stand als ich in meinem Zimmer dann vorgefunden hatte. Gerade der angegebene Kühlschrank und die Kaffeemaschine war mir bei fünf Tagen Selbstverpflegung wichtig. Die Kaffeemaschine kam dann noch, Kühlschrank nicht. Davon lasse ich mir aber die Laune nicht verdrrben, Ich konzentriere mich dann lieber auf die Stadt. 😉👍
Damit ging es dann mit einem Rundgang durch die Stadt los. Die Innenstadt ist sehr schön und es gibt viele schöne, alte Häuser zu sehen. Es ist eine schöne, gediegene, hergerichtete Innenstadt, zum Schlendern und Flanieren. Keine Hektik, alles etwas gemütlicher als in Palermo.








Im Anschluss noch zu Expert, dem Elektrofachmarkt, den ich vom Bus aus gesehen habe. Ich kaufe eine kleinere Powerbank, die ich besser mit in der Stadt mitnehmen kann. Die große ist mir doch etwas lästig zum bummeln gehen. Und noch eine neue Thermotrinkflasche, da ja mein Camelbag für „Wasser unterwegs“ kaputt ist und ich Ersatz brauche.
Am Abend gehe ich dann nochmal an den Westpunkt um den Sonnenuntergang zu betrachten. Ein paar junge Männer, die dort eigentlich nur was essen wollten, erzählen mir, dass fast immer kurz vor Sonnenuntergang eine ordentliche Wolke kommt. Naja, so ist Leben im Bild. am Westpunkt der Insel. Schön sind die Bilder ja trotzdem. 😉🤗








Ich muss die Tage hier aber auch dafür nutzen, meine weitere Reiseroute planen. Wie geht’s jetzt weiter? Welche Städte will ich mir ansehen? Wie komme ich dahin? Was will ich hier auf Sizilien eigentlich machen? Damit beschäftige ich mich am nächsten Tag fast ausschließlich. Ich recherchiere Orte im Internet. Ich versuche Fahrpläne zu finden, egal ob Bahn oder die regionalen Buslinien diverser Unternehmen. Wenn ich so unterwegs bin halte ich immer die Augen offen, wenn Reisebusse mir begegnen, um zu sehen von welchem Unternehmen mit welcher Website die sind. Es gibt hier nämlich mehrere und es ist zuweilen nicht immer so einfach.
Ich möchte gern die Südküste entlang und dort einige Orte besichtigen. Agrigento, Ragusa, Noto. Dann wieder gen Norden über Siracusa und Catania nach Messina. Soweit die grobe Route. Der nächste Stopp soll also Agrigento sein.

Doch wie komme ich dahin? Und irgendwie würde ich ja schon auch etwas vom Hinterland der Insel sehen, aber wie ohne Auto? Die Frage beantwortet sich bei all diesen Überlegungen Stück für Stück. Es gibt keine direkte Fahrverbindung von Marsala nach Agrigento, jedesmal soll ich erst nach Palermo zurück, um dann nach Agrigento zu fahren. Hmm… Aber ich finde im Netz die Via Francigena Sicilia.
Die Via Francigena kenne ich ja nun schon etwas und die Erfahrung war gut, vor allem die Markierungen am Wegesrand. Und nun gibt es hier auf Sizilien auch ein Stück des Wanderweges, um genau zu sein drei unterschiedliche Touren, zwei davon führen nach bzw. über Agrigento. Einmal über Marsala an der Küste entlang nach Agrigento, der ist aber noch nicht so ganz fertig und markiert. Und einen von Palermo längst über die Insel nach Agrigento, die Magna Via Francigena – ein bisschen die Hauptroute. Wenn ich also eh nach Palermo muss um nach Agrigento zu kommen, warum dann nicht zu Fuß auf dieser Route? Ich finde den Treck bei Kommot schon fertig geplant und übernehme mir den mit leichten Anpassungen. Vor allen die Länge der Etappen sind mir hier eindeutig zu groß.
Bevor ich mich aber darauf einlassen, suche ich mir für die gesamte Route Unterkünfte. Nicht immer einfach aber es gelingt mir. Also dann. Kann ich doch noch etwas vom Hinterland sehen und in doch nochmal etwas zu Fuß unterwegs. Hier auf Sizilien.
Die Planungen nehmen fast einen ganzen Tag in Anspruch. Die weitere Route an der Küste etwas schneller recherchiert. Es gibt dann die die nächsten Orte vernünftige Fahrverbindungen und so kann das Abenteuer Sizilien richtig starten.
Nach einem kleinen Bummel durch die Innenstadt und einem sehr guten Essen lasse ich erleichtert und froh den Tag ausklingen. Alle sind irgendwie gut drauf, denn morgen ist Feiertag in Italien. Tag der Republik – Feste della Republica. Na dann Boun Feste.








Feiertag. Und anders als zu Ostern ist wirklich fast alles zu. Sogar die Bar für das Frühstück an der Ecke. Nur einige Restaurants lassen sich das gute Wetter und die Ausgehlaune der Leute nicht entgehen. An der Küstenstraße gehe ich am frühen Nachmittag in eine Strandbar mit Restaurant. Ich werde darauf hingewiesen, dass ich jetzt nichts mehr essen könne, weil die Mittagszeit vorbei sei. Ich will ja auch nur einen Drink und die Sonne genießen 😉 Es ist wirklich schönes Feiertagswetter.



Mit den Italienern am Nachbartisch komme ich kurz etwas ins Gespräch und ich wünsche prostend Schönen Feiertag. Man scheint mit dem Chef gut bekannt zu sein, und schwupps bekomme ich eine Kleine Portion Pasta spendiert. Typisch sizilianische Pasta und Sauce mit Walnüssen, soll ich unbedingt probieren. Mache ich sehr gern, und ist wirklich sehr lecker. Ich revanchiere mich mit einem Caffé. 😉
Ich überlege mir, das dies doch ein schöner Ort für den Abend wäre und beschließe später wieder zu kommen. Am Abend ist hier natürlich alles voll und reserviert. Im Restaurant auf der anderen Seite hab ich aber Glück. Im doppeltem Sinne. Ich sitze hier nämlich windgeschützt mit Sicht auf den Sonnenuntergang. Und habe mega-leckeres Essen und sehr nette Kellnerinnen.
Eine der wenigen Male, das ich in Italien Trinkgeld gebe. Das habe ich mir nämlich abgewöhnt, nachdem ich mehrmals das Trinkgeld erklären musste, das sie das behalten können. Es wird zwar dann dankend angenommen, aber Trinkgeld ist eben unüblich. Manchmal steht eine Spardose neben der Kasse, da kann man dann gern was reinstecken.
Mein letzter Tag in Marsala und die Frage ist, was ich mache. Den Ort hab ich jetzt soweit gesehen.
Aber ich habe zufällig eine Werbung im Internet gefunden, dass es am Samstag ein Ticket gibt, an dem man drei archeologische Stätte besichtigen kann. Daddeln im Netz mit GPS-Erfassung kann ja auch mal nützlich sein 😉
Die Kapelle mit den Blumenmalereien, die ich schon gelegentlich auf Plakaten und Flyern gesehen habe, wollte ich eh versuchen zu besichtigen. Die ist hier mit im Programm. Na was für ein Glück. Also ist Museumssamstag und ich besichtige eine alte Kirche und den archeologischen Park und zusätzlich auch noch das archeologische Museum und mit dem Phönizer-Schiff.
Die Kirche hat einen Ursprung schon im 4. Jahrhundert und wurde immer weiter ausgebaut. Leider ist heute schon einiges kaputt und man sieht, wie der Zahn der Zeit an dem Gemäuer nagt. Man kann allerdings auch nicht erkennen, dass es irgendwie geschützt wird, außer das man nicht einfach so rein kann.










Der archeologische Park ist recht weitläufig und auch hier stehen manche Ruinen einfach so in der Gegend. Es sind zwar die Wege erkennbar und es sind Schilder aufgestellt, aber außer der Überdachung der Ruinen der Villa mit der Badestätte und den Mosaiken ist nicht erkennbar, das diese geschützt werden. Dabei ist das Wasser gleich nebenan und damit jeder Menge salzige Luft und Luftfeuchtigkeit und Wind und Sonne. Vielleicht haben sie hier im Süden einfach ausreichend davon…

























Die Kapelle ist sehr schön und interessant. Sehr unscheinbar von außen nur durch ein einfaches Schild überhaupt zu finden, befindet sie sich im Keller eines normalen Wohnhauses. Einer der wenigen gefundenen unterirdisch liegenden Funde, die man erhalten hat. Zum Glück, denn es ist wirklich schön.
Es ist die Privatkapelle einer reichen Familie, hauptsächlich die Frau hat hier gebetet und die Götter und Toten verehrt. Die Kapelle ist wunderschön farblich gestaltet mit Tanzszenen, Blumen, Tieren und Granatäpfel als Motiven. Ich bin fasziniert. 🤗







Ein schöner Abschluss hier in Marsala. In der nächsten Woche starte ich auf der Magna Via Francigena in Richtung Agrigento. Ich habe mir 12 Etappen in drei Abschnitte mit je 4 Tagen Wanderung eingeteilt mit jeweils einem Pausentag dazwischen. Ich sollte also in 14 Tagen im Süden ankommen. Ich drücke die Daumen und bin gespannt.








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