30. Woche: mit dem Zug von Basilikata nach Kampanien

Nach all den Bergen, auf und ab, und mit Blick auf den angrenzenden Felsen wollte ich Sapri etwas einfacher erreichen.  Von Maratea nach Sapri fährt der Zug. Damit erreiche ich Kampanien mit der Bahn.

In Sapri kommt man auch besser ans Meer. Die Stadt liegt mehr in einer Ebenne und hat einen schönen Strandboulevard. Ich hab mir wieder ein Hotel direkt vorn in der ersten Reihe ausgesucht 😉😎

Da ich dank der Zugfahrt schon Mittags im Hotel bin und ich glücklicherweise auch schon aufs Zimmer komme, kann ich am Nachmittag mir in Ruhe das Meer genießen. 

Ich laufe am Lungomare entlang bis vor ans Ende der Bucht. Da wo die richtigen Wellen sind 😉

Ich genieße die Sonne und das Meeresrauschen und kann so richtig entspannen (und einen leichten Sonnenbrand abholen).

Am 2. Tag in Sapri schau ich mir noch ein wenig den Ort an und die Aktion „Osterpaket für den Sohn“ kann erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei geht der Schlafsack nun schon mal nach Hause. Ich denke jetzt werden die Unterkünfte langsam warm genug sein, dass ich den nicht mehr als Backup brauche. Und „Mäuse-Häuser“ kommen hoffentlich auch nicht nochmal.

Als nächstes habe ich vor, den „Parco nationale de Cileno“ zu durchqueren, von Sapri bis Agropoli, und danach weiter nach Salerno zu gehen. Er ist nicht ganz so hoch wie der Pollino-Park in Basilikata, aber die Unterkünfte sind hier auch rar gesät. Es wird wieder spannend. Und auch das Wetter ist eine Unbekannte.

Die erste Station, Ispani, erreiche ich noch zu Fuß. Es geht hinauf und raus aus Sapri. Noch ein Blick ins Tal auf die Bucht und los. Unterwegs komme ich an Korkeichen vorbei, deren unterer Teil der Rinde abgeschaltet wurde. Wie mal im Fernsehen gesehen, nur in echt. Genauso wie die Pflanze der Artischocken, das Gemüse kennt man, die ganze Pflanze noch nicht. 

Und der Blauregen überzieht die Bäume mit einem helllilanem Blütenkleid! 🤩 Es geht weiter durch den Wald und es scheint als tauche ich wieder in eine Gegend mit einer leicht anderen Einstellung zum Leben. Dann wird das Verkehrsschild eben am Baum aufgehangen. Und dann steht scheinbar mitten im Wald eine Kapelle. Es ging danach aber mit einer richtigen Straße weiter und ich sollte allmählich in Ispani ankommen.

Danach macht mir das Wetter direkt zu beginn einen Strich durch die Rechnung. Am kommenden Tag regnet es in Strömen. Und es soll die kommenden drei Tage durchweg weiterregnen.

Eine Wanderung durch den Wald lasse ich also sein. Es würde wieder ordentlich matschen und bei Regen hoch und runter zu wandern, von Waldweg zu Bucht zu Waldweg, das macht dann alles keinen Spaß. Nun kann man sicher sagen, daß hätte ich doch vorher etwas recherchieren können, wie das Wetter werden soll… ja, vielleicht. So buche ich um und fahre zunächst ein Stück.

In Ispani ist mein Gastgeber so nett und bringt mich zunächst mit dem Auto zur Küste und dann zum nächsten geplanten Ort Scario. Dort plane ich neu. Ich kann hier um eine Nacht verlängern – klar am zweiten Tag scheint natürlich doch die Sonne 😑

So komme ich also doch noch zu einer Runde, zumindest durch den Ort und am Hafen entlang biszum Leuchtturm.

Aber besser so als anders.

Von Scario geht es mit Bus und Bahn weiter. Mit dem Bus bis zum Bahnhof Centola und dann mit der Bahn nach Pisciotta.  Der Bahnhof ist ein Stück etwas außerhalb, aber auch hier gibt es einen Bus bis in den Ort. Am Bahnhof Centola kann ich einen kurzen Blick auf ein Geisterdorf San Severino werfen. Alle Dorfbewohner sind verstorben bzw. weggezogen.

Die Leute in Scario sind verwirrt, dass ich nicht nach Sapri mit dem Bus fahre und dann mit dem Zug, das ginge doch schneller. Aber der Zug fährt größtenteils durch Tunnel, und da sieht man nix von der Landschaft.  So sehe ich wenigstens etwas. Außerdem habe ich ja Zeit. 😉

In Pisciotta angekommen fängt es natürlich wieder an zu regnen. Also dann doch richtige Entscheidung. 

Hier bleibe ich nun zwei Nächte. Die Runde durch den Ort am nächsten Tag wird etwas kürzer – es regnet fast durchgehend.

Für die nächsten Woche hoffe ich auf besseres Wetter und wieder etwas mehr Fußwege. Vielleicht hab ich so noch etwas von diesem Naturpark.

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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