28. Woche: vom See in die Berge

Es wird bergiger und die Landschaft etwas rauer und es kommt auch mehr Wald. Aber ich lerne neue ganz liebe Menschen in den Unterkünften kennen.

Von Noepli geht es bis zu einem sehr großen Stausee bei Senise. Wie so oft gehts hoch und runter, diesmal erst eine kleine Straße hinunter, dann entlang des Hügels immer weiter hoch. Ich komme an Wettanglern vorbei und die Crossmotoräder höre ich hauptsächlich.  Oben angekommen bin ich bei über 730 Meter und mitten im Eichenwald. Es folgt ein schöner, gut  erkennbarer Weg. Stückweise wieder Abwärts bis zur Hauptstraße.  Gegenüber soll eine Nebenstraße eigentlich eine Brücke über den See haben. Der See ist aktuell nicht bis hier, hier ist jetzt Weideland. Und die Brücke? Mehr kaputt aber es geht. Mir kommt eine Herde Ziegen und Schafe entgegen.  Auch das überstehen alle Beteiligten gut. Der Junghund ist etwas aufgeregt, der Rest, einschließlich dem Schäfer, hat wenig Interesse an mir.

Auf der anderen Seite ist meine Unterkunft, mein Zimmer hat Balkon zum See. Dieser ist zwar jetzt etwas entfernt, aber schön anzusehen.

Ich mache einen Tag Pause. Ich will ausruhen und dann aber auch mir den See anschauen.

Der See ist trotz vermeintlich niedriegem Wasserstand doch noch sehr riesig.  Es scheint fast, als ob für die Staufläche auch einige Bauern ihre alten Hütten verlassen haben, etwas wurde bereits mal weggespült aber einige Reste stehen noch. Zum Teil ist das Schwemmland jetzt Weideland.

Ich lerne, dass der Kuhirte von heute seine Herde vom Auto aus beobachtet und die Arbeit der Leitkuh und den Hunden überlässt.

Und ich lerne italienisches effizientes Bauen kennen. 😆

Häuser werden hier des öfteren nur im Rohbau fertiggebaut und der Rest eben erst wenn es verkauft ist. Dann fehlen zwischdurch eben mal die Fenster, Türen, Innenausbau.

Der Weg in den Ort Senise am nächsten Tag ist mit knapp 4 km eher ein gemütlicher Spaziergang.  Um halb 12 bestelle ich mir in der Hauptstraße noch ein zweites Frühstück.  Anschließend gehe ich direkt Mittagessen.  😁

Am Abend entdecke ich noch den neuerern Teil des Ortes, mit einigen Restaurants,  Spiel- und Sportplatz.

Der nächste Stop ist für mich kurz vor Fardella. Der Opa im Garten an der Ortein-/Ausgangsstraße Senise erkennt mich vom gestrigen Tag wieder und fragt noch neugierig, wo ich herkomme und wo ich denn hinwolle. „Boun Camino per te“. Grazie 👋

Es geht weiter in die Berge. Die Felswände sind rötlich, die Bäume blühen rosa. 🌸

Meine Pause lege ich in Chiaromonte ein. Auch hier ist der Namensteil „Monte“ deutlich zu erkennen.

Auf der Kreuzung werde ich mal wieder angesprochen, wo ich denn hinwolle.  Ich müsse dort lang… Ach dort will ich übernachten?  Das ist gut, das sind Freunde. Bitte grüße sie lieb von Raphaele. Hab ich natürlich gern gemacht.  Raphaele hatte aber auch direkt angerufen und mich angekündigt, auch dass ich erstmal im Ort Pause mache. 🤷‍♀️

Also erst mal Pause. Die drei Leute, die vorbeikommen schauen groß. Noch schnell die Kirche ansehen, dann weiter. Am Ortsausgang ist mein Ziel schon ausgeschildert.

Die Unterkunft „Borgo San Vito“ ist ein echter Glücksgriff. Nicht nur das vorgeheizte, schöne Zimmer, auch das super leckere Essen aus eigenen Zutaten und gutem Wein. Zudem hat Laura, meine Gastgeberin, mehrere Jahre in Berlin gelebt und ich kan mich (endlich mal wieder) entspannt auf deutsch unterhalten. 🤗

Zur nächsten Station Episcopia ging es zunächst nach Fardella, dann ging der Wanderweg längst durch ein Tal entlang. 

Das Wetter war ein bisschen wechselhaft und in dem Tal konnte ich förmlich zusehen,  wie der Regen aufkommt, zum Glück hauptsächlich auf der anderen Seite sich abregnete umd dann sich die Sonne wieder durchschiebt. An den Hügeln gegenüber sah man die Wolken wandern. Auf meinem Weg kam ich an unterschiedlichen Felsformationen vorbei, die Büsche und Bäume geben hier alles, ihren Platz zu halten. Auch einige Spuren von Wildschweinen und Hinterlassenschaften anderer Tiere kamen immer wieder zum Vorschein.  Und ob zumindest nachts nicht das ein und andere Tier in den Höhlen hauste, wollte ich gar nicht erst wissen.  Der ziemlich große Käfer reichte mir auch aus.

Zum Nachmittag erreiche ich Episcopia.  Ein schönes Bergdorf, das mit dem alten Hauptplatz und dem Rest des Castellos  ein schönes Bild abgibt. Meine Pizza am Abend wurde dann mit viel Passion und Spaß gemacht und schmeckte hervorragend. 

Weiter ging es durch einen großen Wald. Vorher musste ich aber noch auf die andere Seite des Tals. Also erst hinab und dei Schnellstraße kreuzen.  Drüben ging es dann ordentlich wieder hinauf.  Ein Glück,  dass oben eine Bank stand zum verschnaufen. 

Dann aber hinein in den Wald. Waldprimeln und blühende Walderdbeeren am Wegesrand. Es ging stetig hoch und runter.  Manchmal fragt man sich, warum es denn jetzt runter geht,  wenn es doch ein paar Meter weiter wieder hoch geht… 🙄

Am Ende kam ich in einem kleinen Dorf am Rande dea Waldes an. Meine Unterkunft die „Casa di Pina“ war zum Glück direkt am Ortsanfang von Agromonte Magnano. Auch hier hatte ich sehr nette Gastgeber. Der Kamin war vorgeheizt und ich wurde noch mit hinunter zum Supermarkt gefahren, Nachfragen, ob ich was zu Essen habe und das Feuer noch an sei… einfach herzlich.

Ich lege eine Pause ein und Bummel am nächsten Tag durch den Ort. Agromonte Magnano sah sehr hübsch aus und viele Häuser haben farbige Fassaden, so dass der Ort ein buntes Bild abgab. An vielen Häusern waren zudem noch schöne Kachelbilder angebracht mit Sprüchen zur Region. Hübsch anzusehen.

In der nächsten Woche werde ich nicht nur die 1000-Meter-Marke knacken, ich werde vor allem die Küste in Maratea erreichen. Es bleibt also spannend.

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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