Es geht weiter entlang der ionischen Küste Basilikatas von Scanzano Junico geht es mit einem kleinen Haken bis nach Nova Siri Scalo. Wie ich den Weg ohne gute Nebenstraßen finde und einen letzten Ausflug mit Antonio aus Santeramo erlebe.
Von Scanzano Junico geht weiter auf der Servicestraße nach Policoro, dem größten Ort entlang der Küstenstraße. Als ich ankomme wird auf dem Platz vor der Kirche gerade der Kinderkarneval beendet. Die Familen sitzen oder stehen noch beisammen. Die Erwachsenen unterhalten sich, die Kinder bewerfen sich mit Konfetti und Sprühluftschlagen. Man findet es ekelig, kann es aber nicht lassen.









Auch in Policoro bleibe ich einen Tag. Es gibt hier ein archeologisches Museum und Ausgrabungsstätte, das will ich mir ansehen.
Nun haben wir in Berlin eine große Sammlung griechischer Scherben und Töpfe und Krüge und Grabbeigaben, so dass ea nichts neues für mich ist. Aber hier sehe ich es mir quasi vor Ort an. Somit ist insbesondere die Ausgrabungsstätte schon interessant. Zumal ich zufällig mit einem Filmteam vor Ort war und so unter die Abdeckungen schauen konnte 😉.














Es war eine kleine Siedlung mit Hauptstraße zu erkennen und weiter hinten noch die letzten Steine von Tempelsäulen zu sehen. Wenn man es wusste 😆
Die Nachbauten der Grabstellen waren schon eher interessant und die Geschichte der hiesigen griechischen Ursprünge in einigen Ortsnamen wir Metaponto, Nova Siri oder eben auch Policoro.
Von Policoro nach Nova Siri Scalo ist es eigentlich nur ein kleines Stück. Aber es liegt ein Fluß und eine andere Schnellstraße dazwischen. Vor über 2000 Jahren haben die Römer zwar bereits „Wasserbrücken“ also Aquädukte, kilometerweit übers Land gebaut. Dass heißt aber nicht, dass die Italiener heute ausreichend Brücken für Nebenstraßen bauen müssen. Da kann man ruhig mal ein paar Kilometer ins Land rein fahren oder eben laufen, noch eine paar ordentliche Haken schlagen, dann kommt man auch irgendwie an. Gut die Schnellstraße gibt es für die Autos. Die geh ich nun aber lieber nicht. 😉
Also laufe ich von Policoro aus über 6 km hinein ins Land zur nächsten Brücke. Am Wegesrand Oliven- und Obstbäume. Kiwi, Kaki, Orangen…








Der Fluß, der auf der Karte noch ordentlich breit ist, erweist sich in der Realität heute als Rinnsal. Nun ja.
Meine Pause gibt es wieder unter einem Olivenbaum, diemal mit Blick auf Obstblüten. (das Stadtkind hat natürlich keine Ahnung, was da so rosa blüht.)
Es geht etwas hoch und ich kann nochmal aufs Meer schauen und die gesamte Ebene liegt vor mir. An der Küste entlang erkenne ich sogar Tarent!
Weiter an Plantagen vorbei und nach weiteren vier Kilometer komme ich an meiner Unterkunft an. Ein Bed&Breakfast direkt neben einer Obsthalle. Hier stapeln sich die Orangenkisten. Ich bekomme auch welche ab 🤗





Die Einrichtung ist zuweilen etwas vintage, aber in der Dunkelheit sieht man die Lichter von Nova Siri, Rocca Imperiale und Rotondella leuchten.
Am nächsten Morgen holt mich Antonio aus Santeramo an meiner Unterkunft ab, und fährt mit mir nach Nova Siri Scalo. Er hat dort beruflich zu tun und wir machen uns im Anschluss noch einen schönen Tag. Nach einem ordentlichen Frühstück nimmt er mich erst zu drei Freunden mit, die es sich alle nicht nehmen lassen, uns Caffè anzubieten, dann wird im Feriendorf kurz für ihn „dienstlich“, anschließend besuchen wir auch noch Nova Siri historico Centro und haben dort reichlich Spaß. Das alte Dorf liegt ein ganzes Stück entfernt, das ist hier öfter mal so. Und zum Schluss besuchen wir das Meer. Bisher konnte ich es hier aufgrund der Wege zwischen den Orten und den jeweiligen Stränden noch nicht hier aufsuchen. Hier in Nova Siri Scalo ist das Meer gut fußläufig zu erreichen. 👍








In Nova Siri Scalo bleibe ich ein paar Tage. Ich muss endlich mir einen Plan machen, wie es weitergeht. Dann ist auch hier Carneval, ich bin gespannt.

Auf Empfehlung von Antonio buche ich mich im Best Western ein, das liegt schön zentral. Der Patisserie-Chef Gianni ist zudem ein Freund von Antonio, was mir das ein und das andere Dolci beschert. 😉 Mille Grazie
Mein Aufenthalt beginnt mit dem letzten Ausflug mit Antonio. Er zeigt mit Pisticci, Rotondella und Rocca Imperiale. So lerne ich drei weitere schöne Örtchen kennen. Und nette Menschen. In Pisticci treffen wir einen zweiten Antonio. Er zeigt uns nicht nur die örtliche Köstlichkeit „la Bianca“ und das einheimische Brot (hier hat fast jeder Ort seine Brotspezialität), sondern erzählt noch einiges zur Geschichte des Ortes. Zum Beispiel das hier mal ein ganzer Teil des Ortes abgesackt ist, da der Boden durch das Abwasser ohne Kanalisation zu weich wurde. Die Häuser wurden an anderer Stelle wieder neu errichtet, aber etwa 100 Leute haben ihr Leben verloren. Es war wirklich sehr interessant. Grazie Mille Antonio aus Pisticci.


















Rotondella liegt auf der fast runden Kuppe eines ziemlich steilen Hügels. Schon vorgestern war ich froh, dass dieses Dorf nicht mein Zielort zu Fuß ist. Es ist durchaus sehenswert, momentan im Winter ist allerdings nicht viel los.

Wir fahren weiter nach Rocca Imperiale. Hier steht ein Schloss, dass Fredericus II für seine Falkenzucht gebaut hat. Es thront über dem Ort. Auch hier kommen wir jahreszeitbedingt nicht bis ran, der Regenbogen und Ausblick entschädigen dafür. Die Straßen hier sind zudem mit Gedichten geschmückt.














Es war wieder ein schöner Tag mit drei weiteren bezaubernden Örtchen. Es war mein letzter Ausflug mit Antonio. Zum Abschluss waren wir nich gemeinsam eine Pizza essen. Vielen Dank Antonio, dass du mir auf liebenswürdige Art deine Heimat Apulien und auch Basilikata noch näher gebracht. Ich konnte so noch mehr Orte kennenlernen und habe einiges mehr erfahren. Vor allem durfte ich liebe Menschen schon in Santeramo kennenlernen. In Erinnerung wird mir hier wohl immer Matteo und auch Donato bleiben.
Und ich habe einen guten Freund in Apulien gewonnen. 🤗

Nun hieß es aber noch für ein paar Tage durchatmen in Nova Siri Scalo und nach neuen Wegen suchen.
Damit hab ich dann am nächsten Tag am Strand von Nova Siri angefangen. Der Meerwind bringt vieleicht eine zündende Idee. Aber ein Fußbad im Meer und ein Treffen mit dem Strandgecko brachten erstmal nichts… Ganz nebenbei habe ich aber die neuen Wanderschuhe direkt mal im Meer getauft und auf Wasserfestigkeit getestet 😝👍.
Die Feuertaufe hatten sie beim letzten Ausflug gestern schon bestanden. Nun mussten Sie Alltgstauglichkeit zeigen. Ich hatte Sie in Santeramo bei Antonio gekauft, er hatte sie mir nach Nova Siri mitgebracht. Die letzten waren noch ein Stück gut. Nun ist der Zeitpunkt des Wechseln ein zweites Mal gekommen.




Ich bin gespannt, wie es die nächsten Tage in Nova Siri Scalo wird, wie sich der Carneval hier gestaltet und was als nächstes auf mich zukommt.









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