25. Woche: Zurück zur Küste am ionischen Meer durch Basilikata

Nach Matera quer durchs Land – so der Plan. Im Februar ist das zu Fuß nicht möglich,  ws gibt fast keine geöffneten Übernachtungsmöglichkeiten. Wie geht es also nach Matera weiter und wie finde dennoch den Weg durch Basilikata …

In Matera gings im Regen los. Was das für Auswirkungen auf erdige und lehmreiche Böden hat, sollte ich heute erfahren. 

Quer durch Basilikata von Ost nach West zu wandern war mangels geöffneter Unterkünfte um diese Jahreszeit schlicht nicht möglich.  Aber Ich wollte zu Fuß weiter.

Also zurück Richtung Küste, in den Küstenorten gibt es genügend offene Unterkünfte. Damit hieß die nächste Station Montescalioso. Das das „Monte“ hier sehr ernst genommen werden muss, wusste ich dann spätestens am Mittag. 😰

Hinter Matera ging es zunächst durch ein Tal. Schon da lerne ich auf dem erdigen Boden möglichst nicht zu rutschen. Später wurde es noch mehr Erde,  mit immer mehr Lehmbodenanteil. Die Schuhe und Wanderstöcke wurden immer schwerer…

Zum Glück hatte ich meine Regen-/Matschhose an.

Die Herausforderung des Tages war dann der Weg hinauf nach Montescalioso. Es ging sehr steil hinauf – bis zu 29 % Steigung. Eine Herde Ziegen und Schafe hatte auch schon ihr Glück versucht. Teilweise rutschte ich fast den ganzen Schritt wieder hinunter.  Wie froh und fertig war ich doch, als ich endlich oben angekommen war!!!

Der Blick von oben vor allem der Sonnenuntergang war wunderschön.

Den Gedanken, dass ich diesen Berg am nächsten Tag ja wieder runter muss, den schob ich erstmal weiter weg. Ich war angekommen!

Am Abrnd hatte ich dann wieder etwas Kraft um ein bisschen den Ort zu besichtigen. Es gibt hier eine alte Abtei zu sehen,  und im Ort gab es unter anderem schon Vorbeitungen für den Karneval zu sehen.

Die Abtei hab ich mir dann am nächsten Morgen angesehen. Die Wandbilder in der Bibliothek waren schon sehr schön. Nun gab es aber kein hinausschieben mehr

Es ging dann den Berg also wieder runter und der nasse Boden ist über Nacht nicht komplett trocken geworden. Schon gar nicht bei der Luftfeuchtigkeit,  die hier immer ist und der Morgentau tat sein Übriges.

Also los und kontrolliertes rutschen.  Lieber auf den A… setzen als hinfallen 😉

Es hatte was von Skifahren auf Lehmboden… 😆

Unten angekommen ging es dann bald auf Nebenstraßen weiter. Die Nebenstraßen sollten entlang der Küste noch bis Nova Siri Scalo fast durchgehend meine Wege bleiben.

Auf dem Weg nach Ginosa kam ich an einem  sehr merkwürdigem Turm vorbei.  Auf den ersten Blick kam mein verrücktes Gehirn auf Raketenabschussrampe, es war aber wohl ein Turm der Wasserwerke. Die anliegenden Rohre deuteten auch eher darauf hin. Aber was weiß ich denn…

Meine Unterkunft in der Nähe von Ginosa in der Villa D’Anzi war insofern klug gewählt,  dass unten direkt eine Pizzaria drin war.

Auch die nächste Unterkunft Tenuta Oranese war diesbezüglich schlau gewählt. War doch ein gutes Restaurant direkt mit bei. Den Pool hab ich bei den jetzigen Temperaturen nicht ausprobiert, die Kakteen nur angeschaut, aber die angrenzenden Orangenbäume wurden schon von mir genau unter die Lupe genommen 😉

Und ich lerne hier wie Straßenbau auf italienisch geht 😝

Von hier ging es nach Metaponto. Es wurde wieder griechisch. Auf dem Weg kam ich bereits an den Ruinen eines griechischen Tempels vorbei.

Die Nebenstraßen zum Ort ist allerdings gesperrt. Zumindest für Autofahrer.  Dachte ich. Es kommt mir ein Auto entgegen, dessen Insassen mir klar machen, die Straße ist wohl richtig kaputt.  Ich erinnere mich an die heftigen Regenfälle, die ich im Januar in den Nachrichten gesehen hatte… Irgendwie passt das. Also zurück zur Servicestraße neben der Schnellstraße. Bis zur nächsten Abfahrt, doppelte Abfahrt kreuzen, Landstraße bis in den Ort. Uff.

Metaponto selbst war etwas enttäuschend. Sehr klein und eher eine Unterbringungssiedlung für die Feldarbeiter. Warum die Stadt dreieckig aufgebaut ist? Sie nennt sich Stadt des Pythagoras und auf dem Hauptplatz gibt es auch ein Denkmal für ihn. Dann sind hier noch alte griechische Säulen in der Nähe anzusehen, hab ich aber nicht, da diese nicht viel mehr als am Tag davor zu bieten haben – sagen alle Fotos davon.

Also entscheide ich mich direkt weiterzuziehen und nach Marconia aufzubrechen. Es geht die Schnellstraße entlang an der doppelten Abfahrt vorbei, die folgende Straße ist ähnlich ausgebaut und LKWs rattern immer wieder vorbei…. kein Weg für mich! Ich soll ja auch die Bahnlinie queren und eine Feldstraße entlang laufen! Die Bahnlinie meister ich, irgendwie.  Auf der Nebenstraße kommt mir ein Bauer im Auto entgegen und fragt wo ich denn bitte hinwolle. Lange Rede, kurzer Sinn, ich werde erneut darauf hingewiesen,  dass die Straßen gesperrt sind und dieser Weg nicht funktioniert.  Aber er bietet mir an, mich mitzunehmen.  Also im Auto nach Marconia.

Ich ziehe mir den „Ärger“ des Cafebetreibers am Hauptplatz zu, da ich um halb 12 noch Cappuccino bestelle. Meine herzliche Entschuldigung nimmt er aber an.😉😆

Ich kann schon Mittags in meine Unterkunft und ankommen. Es ist eine gute Unterkunft, nett eingerichtet. Mit Waschmaschine, die ich nutzen darf.

Die Vermieterin weißt mich aber schon bei der Ankunft darauf hin, wie toll es denn sei und ob ich doch bitte 10 Punkte geben möge. Wenn ich eines nicht mag, dann sowas. 🤨

Ich mache mir aber dennoch einen schönen Tag Pause in Marconia.  Klein, fein und viereckig aufgebaut.

Ich versuche die freie Zeit zu nutzen, um eine Idee zu finden, wie ich nach Nova Siri,  dem letzten geplanten Ort an der Küste Basilikatas, weitergehen kann. Die Küste im Kalabrien sieht wandertechnisch auch nicht so gut aus. Also eher gar nicht. Schnellstraße, Eisenbahn, fertig. Kaum Nebenwege. Vermutlich also dann doch mit Bus und Bahn weiter…

Aber erstmal geht es weiter nach Scanzano Junico. Ich wollte durch ein Tal wandern um die Land- und Schnellstraße zu umgehen. Doch nach dem 3. Zuweg dorthin, der mir mit bellenden Hunden erschwert wurde, hatte ich die Schnauze voll. Ich bin zurück nach Marconia und wartete auf den Bus.  Scanzano Junico selbst scheint auch aus einem alten Bauerngut gewachsen zu sein.  Im alten Kern steht noch das Gutshaus mit den angrenzenden Gesindehäusern und Werkstätten. So sieht es jedenfalls aus.  Heute Gemeindeverwaltung und Wohnhäuser.

Im Gemeindezentrum kann ich am Abend noch der Senioren-Faschingsfete etwas zusehen. 🤠🥳

In der nächsten Woche geht’s an der Küste weiter, bis Nova Siri Scalo. Dort bleibe ich über die Faschingstage. Mal sehen was es hier gibt.

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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