Die Woche startet mit Regen. War ich doch am Anfang noch optimistisch, der Wetterbericht sollte jedoch Recht behalten. Es regnet auf dem Weg nach Gioia del Colle. Ubd zwar ziemlich stark. Ich muss meinen Poncho überwerfen und in Zielrichtung ist ein Gewitter zu hören. Der geplante Rad-/Wanderweg ist wegen Bauarbeiten gesperrt.
Es sieht zwar recht fertig aus und ich überlege kurz trotzdem dort darauf entlang zugehen. Aber wer weiß, was in den nächsten 3 km noch kommt. Und dann donnert und blitzt es und der Weg ist etwas erhöht… Auf die Landstraße hab ich auch nur wenig Lust, aber es nützt nichts, bei Gewitter ist bei mir Schluss mit Lustig. Ich muss zusehen, wie ich in den Ort komme. Ich hoffe, ich kann das Herz eines Italieners bei dem Wetter erweichen.
Und tatsächlich, mich nimmt ein älterer Herr mit dem Auto mit. 👍


In Gioia del Colle kann ich mich in einem Kaffee etwas aufwärmen, bis ich in die Unterkunft komme. Es regnet noch den ganzen Abend und das Wasser fließt nur so die Straßen entlang.





Am nächsten Morgen ist es wieder gut, die Sonne kommt langsam wieder zurück.
Auf dem Weg weiter kann ich noch ein wenig das Zentrum ansehen.
Was mich allerdings wirklich irritiert, ist der immense Lärm der immer mal kommt. Ich erinnere mich, auf der Karte was vo Zona Militare gelesen zu haben…. Es sich Kampfjets, die hier in der Nähe starten und ich sehen sie die Tage noch des öfteren.

Es geht von Gioia del Colle nach Santeramo in Colle. Ich bekomme später noch heraus, das „Colle“ für Hügel steht. Bei Santeramo ist dies auch klar zu sehen. Hier lege ich mal wieder eine Pause ein, diesmal für 2 Tage (ich hab mich echt vertan beim buchen und hatte eine Nacht vergessen 🙈 konnte aber hoer zum Glück verlängern). Aber es sollte sich mal wieder zeigen, dass alles einen Sinn hat.
Bei meiner Runde durch den Ort am ersten Tag finde ich einen Sportladen, der auch Wanderschuhe verkauft. Mein zweites Paar aus Wien ist zwar noch nicht wirklich durch, aber ich habe festgestellt, dass es in Italien nicht in jeder 2. Stadt einen Sport-/Outdoorladen gibt.
Es gibt sowieso wenig größere Läden und auch nicht überall Shopping-Center. Hier gibt es noch den guten inhabergeführten kleinen Laden.
Also muss ich gut schauen, wo ich rechtzeitig neue Schuhe herbekomme. Ich gehe also mal rein. Und während ich noch denke, das das jetzt spannend wird auf italienisch klarzumachen, was ich so suche, ich noch überlege was das denn auf englisch heißt – sofern die Verkäuferin englisch spricht – dann bekomme ich als Gegenfrage ob ich nicht vielleicht deutsch sprechen könne. Na und ob! Der Inhaber ist gebürtiger Schweizer uns spricht recht gut deutsch. Mir fällt ein Stein vom Herzen.
So komme ich also zu einem neuen Paar Wanderschuhe. Ich kann nicht nur vereinbaren, dass sie mir später nachgeschickt werden. Antonio, der Inhaber macht mir auch einen guten Preis! Wir kommen ins Gespräch und ich erfahre, er ist nebenbei auch Fremdenführer und bietet mir an, einige Ausflüge zu machen, um so noch mehr von der Gegend sehen zu können. 🤗
Ich bin happy und freue mich sehr, dass das Schicksal mich hier lang geführt hat. Wir verabreden uns direkt zum Abend auf einen Kaffee am Abend mit seinen Freunden.
Ich lerne so noch einige Leute kennen und bekomme gleich noch ein paar gute Tipps. Und wir vereinbaren 3 Ausflüge, nach Bari, nach Gravina de Puglia und Altamura sowie nach Pisticci, Rotondella umd Rocca Imperiale.
Es tut aber auch ganz gut, einen weiteren Kontakt zu haben, der einem im Notfall helfen könnte.

Am nächsten Tag drehe ich nochmal eine Runde durch den Ort und entspanne. Am dritten Tag gehts nun aber weiter Richtung Matera. An allen Tagen in Santeramo haben Antonio und ich uns zum Frühstück getroffen uns auch am Abrnd zusammen noch was getrunken. Immer waren irgendwelche Freunde, die Antonio noch getroffen hat . Er scheint hier fast jeden zu kennen. 😆😊












Antonio begleitet mich nach dem Frühstück noch in Richtung Ortsauagang und dann gehts weiter. Es geht Richtung Wald, später vorbei an irgendwelchen Ruinen, aus denen ich nicht schlau werde. Es sieht aus, als ob lange Häuser hier im Wald standen.





Der nächste Wegesabschnitt geht etwas quer feld ein, man braucht schon fast einen Kompass, um die Richtung nicht zu verlieren. Zum Schluss mal wieder irgendwelche Nebenstraßen an Feldern entöag. Aber auch eine alte Bahnstrecke. Am Streckenposten mache ich Pause und denke an den Großen zu Hause 😉





Ich übernachte in einem Country Hotel auf freier Strecke. Hier feiert man hauptsächlich Familienfeiern. Auf jeden Fall bin ich mal wieder zur falschen Zeit da – der Pool sieht einladend aus, es ist aber zu kalt.
Dafür kann ich am Abendhimmel die Silhouette von Matera gut erkennen.



Dann am nächsten Tag steht nun Matera auf dem Zettel. Ich gehe wieder ein Stück übers Feld (gestern auch schon, um abzukürzen). Die Strafe folgt im wahrsten Sinne auf den Fuß. Die lehmige feuchte Erde klebt förmlich an mir.

Irgendwann komme ich am Anfang der Schlucht von Matera an. Man sieht die Ruinen einfacher Häuser, die an die Felsenhöhlen angebaut wurden. Es geht den Felsen bergauf. Ich wär ja gern im Tal geblieben, da fließt allerdings ein Bach entlang und oft ohne echte Möglichkeiten teockenen Fußes zwischen Bach und Felsen entlang zu kommen.
Aber der Blick auf die Sassi und die Stadt lohnt sich. Ich komme auch direkt an einer der Felsenkirchen raus, leider verschlossen.











Nun sind es eigentlich nur noch 1,25 km. Eigentlich ein Weg von ca. 30 Minuten. Aber irgendwie ist anscheinend mein Hirn nicht ganz klar, nur so ist zu erklären, dass ich diesen Weg gehe… Eigentlich ist klar, wenn ich durch die Schlucht muss, geht es einmal runter und hinten wieder hoch, dass ist kein Spaziergang. Ich könnte auch den Wanderweg außen rum nehmen das sind aber 4 km mehr. Hätte ich mal…
Madame Übermut fängt also an, die Felsen hinunter zu steigen. Mindestens 3x überlege ich umzudrehen und prüfe ich den Weg auf der Karte. Das Erlebnis in Tschechien hängt mir noch im Hinterkopf…
Aber nein, ich muss ja weiterlaufen. Irgendwann tauchen Stufen im Weg auf – „kann ja dann nicht so gefährlich sein, bin nicht die einzige Doofe, die hier lang will“. Das Wildschwein unten am Weg lässt mich kurz den Atem anhalten. Das geht genau in meine Richtung! Ich beobachte die Situation aus der Entfernung und atme durch. Trotzdem weiter. Das Tier scheint allein zu sein und will sicher auch nur seine Ruhe haben.
Unten am Bach soll es drüber gehen, sagt das Navi – denke ich. Es sagt: sieh zu wie du klar kommst, drüben geht der Weg wieder hoch.
Mit zitternden Knien balaciere ich also über den Bach. Den Weg drüben fest im Blick. Das Worst-Case-Szenario im Kopf: ausrutschen, hinfallen, Kopf aufschlagen, bewusstlos ertrinken. Es steckt tief in meinem Kopf. Also Mut zuammennehmen und los.






Am Ende: einmal fast hingefallen, ins sitzen auf einen Felsen gerettet. Mit Müh‘ wieder aufgestanden. Beide Schuhe voll Wasser, weil bis zu den Waden im Bach… Am Ende glücklich drüben. 💪💪💪
Nun noch der Aufstieg. Es ist ein markierter Weg, aber einige höhere Felsen. Letztendlich eine ungleichmäßige Treppe. Eine sehr hohe Stufe lässt mich fast verzweifeln. Mir fehlt langsam die Kraft. Aber Aufgeben kurz vor dem Ziel ist nicht!!! Glücklich und außer Atem komme ich auf der Straße an. ZWEI Stunden habe ich für 1,25 km gebraucht!
Mein Ferienhaus ist inmitten der Sassi Caveoso mit Blick auf die Höhlenschlucht. Ob ich die nochmal erkunde? Momentan ist mein Bedarf an dieser Schlucht gedeckt 😉

Für Matera nehme ich mir eine ganze Woche Zeit. Ich habe zwei Ausflüge mit Antonio, Ausruhen, Wäsche waschen und Matera erkunden vor mir. Also genug zu tun 😉🤗
Am ersten Tag mach ich auch direkt einen kleinen Bummel durch die Stadt. ich finde eimen Buchladen, in dem ich zwei Landkarten von Sizilien und Kalabrien bestelle.
Bei dem Versuch meine Wäsche zu waschen hab ich weniger Glück. Von den 3 Waschsalons ist einer okkupiert von einem älteren Mann, der das WLan nutzt, um in Ruhe Fußball zu sehen, und die beiden anderen und irgenwie dicht.
Mal sehen was die kommende Woche in Matera noch so bringt….











Hinterlasse einen Kommentar