Für Tarent hatte ich mir ein paar Tage Zeit genommen. Ich hatte keine wirklichen Erwartungen an Tarent, aber ich dachte, bei einer so großen Stadt…
Tarent war interessant, hat mich in Teilen auch überrascht, aber auch viel enttäuscht. Es ist viel kaputt. Die Altstadt ist in der Tat auch ziemlich heruntergekommen. Der Rest ist eine normale italienische Großstadt mit ihren schönen und weniger schönen Ecken. Aber es fehlt der Glanz.
Nun ist es eine Hafen und Marine-Stadt, da ist vielleicht auch nicht viel mit Glanz. Sie haben ihre Shopping-Meile umd das Castell am Anfang der Altstadt. Dort ist jetzt die Marine drin und ein Museum. An der Uferpromenade kann man nett spazieren gehen. Fertig.














Es gibt auf der einen Seite Bauten aus der Mussolini-Zeit, die da sehr trutzburgartig daher kommen. Und dann wieder ein Kirchenbau, der gitterartig Leichtigkeit zeigt.
Auf der anderen Seite hat mich gerade die Altstadt dann auch wieder fasziniert. Die etwas kaputten Häuser und schmalen Gassen mit den Leuten dazwischen und den Graffiti an den Wänden. Das hatte auch was.













Ich habe die Zeit genutzt und war im Shopping-Center am Rande der Stadt. Ich hatte einen Puffer meiner Wanderstöcke verloren und dort gab es einen Decatlon. Nun bin ich wieder versorgt.



Dann war ich einen Tag beim Friseur und hab mir meine Haare schneiden lassen und die Fingernägel ordentlich.
Da ich weder shoppen möchte (ich brauche ja nichts), noch irgendwelche anderen Dinge zu erledigen habe, lasse ich mich einfach treiben und laufe ohne großes Ziel durch die Straßen. Den Marinestützpunkt und die Schiffe kann man leider nicht wirklich näher betrachten. Soll vielleicht auch so.
Tarent selbst wurde ursprünglich von den Griechen gegründet, weshalb nicht nur das Wappen gelegentlich nit griechischen Buchstaben zu sehen ist, der Meeresgott am Hauswanndbild ist dann auch Poseidon und die Hauptkirche in der Altstadt hat etwas von einem griechischen Tempel. Es stehen auch noch 3 Säulen eines alten griechischen Tempels am Eingang zur Altstadt rum.







Am Freitag ging es dann aber wieder weiter. Eigentlich war Tarent ja als letzter großer Stop in Apulien gedacht. Danach sollte es schnurstracks nach Basilikata in Richtumg Kalabrien gehen. Aber ich mache noch einen bzw. zwei Abstecher. Einmal möchte ich mir Alberobello ansehen. Dort gibt es wohl einige echte Trullis und die sind immerhin UNESCO-Weltkuturerbe. Und dann liegt, dann aber wirklich in Basilikata, Matera um die Ecke. Auch Matera gehört mit seinen Sassi-Wohnungen zum UNESCO-Welterbe.
Also gehts zunächst weiter Richtung Norden.
Auf die andere Seite zur Altstadt hinaus, am Fischmarkt vorbei zur Stadt hinaus. Die Häuser hier sind eigentlich ganz schön und ich habe den Eindruck, dass man auf dieser Seite gut leben könnte.




Aber nicht allzubald haben mich die Felder und Oliven wieder. Die Olivenbauern schauen nicht schlecht, dass einfach so ein Wanderer über ihre Haine läuft. Sie lassen mich gewähren.







Ich denke ich bin schlauer als das Navi und will einen Bogen abkürzen. Was ich nicht sehe ist, dass der Weg nicht nur um das Feld herum geht, sondern auch in eine Schlucht mündet. Mein Weg unten, ich oben. Dazwischen Felsen…
Ich folge dem Weg überhalb der Schlucht umd stehe irgendwann auf einer Weide mit freilaufenden Pferden. Die schauen neugierig, aber mein Pferde-italienisch ist nicht so gut, ich mache einen Bogen und stoße letztendlich dann dich wieder auf meinen Wanderweg. Mit der Erkenntnis, dass dieser über die Pferde-Wiesen geht. Wir halten gegenseitig Abstand und sie lassen mich vorbeiziehen. Nicht ohne neugierig heranzukommen und zu schauen. Irgendwie scheinen sie etwas sich selbst überlassen zu sein. Sehr ordentlich sehen sie nicht aus. Es ist auch weit und breit niemand zu sehen.
Irgendwann bin ich mal wieder an der Provinzstraße und komme zum Nachmittag in Statte an. Sonnenuntergang, ausruhen, essen. Meine Unterkunft hat unten eine Pizzeria 😉 Abendessen gesichert!




Am nächsten Tag führt mich mein Weg durch ein langes Tal. Der Wanderweg „zwischen den zwei Meeren“ „und „Straße des Engels“ ist gut ausgewiesen und die Natur wirklich schön.











Zur Pause bin ich in Crispiano. In einem Caffè bekomme ich nicht nur diesen, sondern neben Strom fürs Handy auch was zum Mittag. Über eine alte Eisenbahnbeücke geht es weiter. Der Mann, den ich gefragt habe, ob ich über die Brücke zu Fuß gehen könne, muss auch gedacht haben…. Die Brücke war für Autos gesperrt und Schienen liegen da schon lange nicht mehr. Eine reine Fußgängerbrücke. 🙈😊






Ich folge dem Wanderweg erst an der Eisenbahnstrecke entlang, dann durch einen Wald. Die Schüsse im Gelände versuche ich zu ignorieren. Ich laufe relativ schnell mit meinem hoffentlich deutlich sichtbar blauem Rucksack, da wird mich schon keiner mit einem Wildtier verwechseln.


Als ich an ein verschlossenes Tor komme, bin ich zunächst ratlos. Ein abgeschlossener Wanderweg? Das Tor ist hoch genug, um den Rucksack drunter durch zu schieben und stabil genug, um drüber zu klettern. Also weiter.
Wieder ein abgeschlossenes Tor! Dahinter steht aber ein Auto und der Mann dazu hilft mir den Rucksack diesmal drüber zu heben. Ich klettere an der Seite drüber. Glück gehabt.
Nun hab ich damit auch die Jäger getroffen. Es ist Wildschweinjagt. Na dann lasst euch nicht von Obelix stören. 😆
Ich muss mich beeilen. Bald geht die Sonne unter und an der Straße sind keine Lichter und rechts und links Bäume….
Ich schreibe meiner Vermieterin, sie möge bitte außen Licht anmachen, damit ich das Haus finde. Als ich ihr sage, dass ich zu Fuß komme, bietet sie an mir mot dem Auto entgegen zu kommen. Dankend nehme ich an. Ich glaube das Haus hätte ich in der Halbdunkelheit auch schwer gefunden.
Die Informationen, dass es hier ja auch Wölfe gäbe, und es deshalb in der Dunkelheit gefählich allein sei, hätte ich dennoch nicht wirklich gebraucht. 😳
Aber so bin ich pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit da und kann diese auf der Hollywoodschaukel mit einer der Katzen entgegensehen.









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