20. Woche: In Tarent ist der Absatz zu Ende

Los geht’s in Gallipoli weiter Richtung Norden. Wochenziel ist Tarent, wo der Absatz endet und mein Apulien-Abenteuer eigentlich enden sollte.

Es ist windig und regerisch. Sobald ich irgendwo stehen bleibe und zur Orientierung auf mein Handy schaue, bleibt ein Auto stehen und fragt ob ich Hilfe brauche. Auf der Strada Provinciale ergebe ich mich dem Schicksal, da es mittlerweile wirklich etwas regnet und lasse mich mitnehmen bis Santa Maria al Bagno. Somit bin ich bereits um 11 am Ziel, ab 13.00 Uhr kann ich in mein Zimmer. Die Zeit bis dahin verbringe ich in einem Caffè.

Es bleibt regnerisch und so stört mich auch der schmale, verbarrikadierte Balkon nicht. Zum Glück finde ich am Abend in der Nähe ein geöffnetes Restaurant.

Gallipoli am Abend

Am nächsten Tag gehts zunächst trocken weiter erst am Ufer entlang zur nächsten Bucht, dann durch einen Naturpark mit Pinien und Hügel und Turm. Von oben hat man eine schöne Aussicht auf die Bucht und den Wald. Unten angekommen ein Picknickplatz an der Bucht. Mein Knöchel lässt mich straucheln, so lege ich doch eine kurze Pause ein. Durchatmen und weiter. Was willste machen, willst ja ankommen.

Hinter dem Wald an der Straße entlang.  Langsam wird es etwas spät und ich hab noch so einiges an Weg vor mir. Am nächsten Wanderweg entlang eines Hauses machen 5 freilaufendene Hunde unmissverständlich klar, dass ich dort nicht lang laufen soll. Zurück zur Straße. Der Umweg verlängert meinen eh noch zulangem Weg um 2 km. Es ist bald um 1 und noch 15 km!?!

Aber ich habe wieder Glück und ein Auto, sogar mit deutschem Kennzeichen, hält an. Ich werde ein Stück mitgenommen. Nun sind es nur noch 5 Kilometer! Es fängt zwar an zu regnen aber der Weg nach Porto Cesareo ist ansonsten ok. Ich bin pünktlich zu um 5.00 bei Sonnenuntergang in meinem B&B.

Duschen, ausruhen und lecker Essen.  Gute Nacht.

Nächster Tag, wieder an der Bucht entlang. Die nächsten Ortschaften sind wahre Geisterstädte.  Vielleicht mal ein paar Bauarbeiter…. es fehlen eigentlich nur die Strohbälle, die der Wind die Straßen entlangweht…

Lediglich die Luftwaffe lässt sich sehen, meist hört man sie aber nur.

Selbst auf der Provinzstraße ist bei dem Wetter relativ wenig los. So kann ich bei niemanden monieren, dass unsere Flagge verkehrt herum hängt. Es triggert mich ziemlich…

Wo kann man sich beschweren?

Und wieder werd ich ein Stück mitgenommen. Da das Wetter nicht soo dolle ist und ich mit Blick auf den anstehenden Ruhetag gerade wenig Motivation habe.

In Torre Colimera laufe ich aber weiter. Der dortige Turm ist gut erhalten und scheint eine Kunstausstellumg zu beherbergen.

Die letzten 4 Kilometer sind dann durch einen Naturpark mit Saline. Es gibt hier frei lebende Flamigos! Zum Glück bin ich gelaufen! Das ist sehr schön diese Tiere im echten Leben zu sehen.

Ich komme an einem B&B an, das ich über Bed-and-breakfast.it gefunden habe, die Seite hab ich durch Zufall bei meiner Maps-Suche nach Unterkünften. Ich lerne Michaele und Francesco kennen. Ein älteres, ganz liebes Ehepaar, die nun ein paar Zimmer in Ihrem Haus vermieten. Es geht hier ein ganzes Stück familiär zu. Alle sitzen zum Essen an einem Tisch. Ich werde gefragt ob ich Mittag und Abendessen mitessen will. Und ob ich will! Hatte ich mich doch schon darauf eingerichtet in diesem Badeort derzeit mich mit Panini und Tomaten über Wasser halten zu müssen.  Nun werde ich lecker bekocht. Was will ich mehr. Und ein Langzeitgast aus der Schweiz kann deutsch und übersetzt immer mal.

Best Hosts ever! Michaela und Francesco

Am Pausentag scheint zunächst die Sonne und ich lese auf dem Balkon. Am Nachmittag Spaziergang am Strand. 

Als ich mich am kommenden Tag verabschieden muss, bin ich fast traurig.  Michaele und Francesco sind bisher meine besten Hosts! Ich bekomme etwas Olivenöl und Mandelkekse für unterwegs geschenkt. Und hoffe, ich treffe diese beiden lieben Menschen einmal wieder.

Nächster Stop ist Maruggio. Ein wirklich schönes Städtchen. Etwas Kunst im Zentrum,  nette Häuschen. Dorthin gehts an Oliven vorbei und mal wieder eine Pause unter einem Baum 😀

Etwas quer feldein und über Mauern, aber ich komme gut an. In der Unterkunft gibt es noch einen Kaffee in der Sonne. Dann ist der Tag zu Ende.

Es geht oberhalb des Ortes wieder raus. Man hat auf dem Weg einen schönen Blick zum Ort und bis zum Meer. Es kommen Felder mit größeren Oliven, alle haben ein Erntekreis um sich. Das sieht lustig aus.

Später komme ich nicht nur mal wieder an jeder Menge Müll vorbei, sondern auch an einem riesigen Ruinen-Komplex. Ws ist schwer festzustellen, 8was hier mal war. Google Maps sagt dazu nichts. Die Ruinen unfassen ein riesiges Areal. Zum Teil mit sehr dicken Mauern und Türmen. Am Ende der Anlage steht sogar eine kleine Kirche.

Bei meiner nächsten Unterkunft kann ich in Erfahrung bringen,  dass dies eine alte Masseria war und die dicken Mauern zum Kühlhaus gehörten, in denen Milchprodukte verarbeitet wurden. Dies früher riesige Komplexe waren, in denen die Menschem wihl auch gewohnt hatten, gab es eben auch eine eigene Kirche. Spannend.

Ich komme aber nun auch mal dazu, eine  Feld-Trulli-Bau zu erkunden. ein besonders großer hat meine Neugier gepackt und ich wage mich ins innere. Er ist entgegen meiner ersten Annahme nicht 2-stöckig aber sehr hoch und hat im inneren einen 2. Raum. In beiden Räumen sind Nieschen in der Wand eingelassen. ob jetzt als extra Ablage oder zum sitzen/liegen kann ich nicht sagen Er hat aber oben ein kleines Fenster, dass gegebenfalls als Rauchabzug gedient haben könnte.

In Lizzano ist es ganz nett. Ich gehe den Luftballons an den Wänden näher auf den Grund und entdecke, dass sie aus Keramik sind. Meine Vermieterin ist auch wirklich sehr nett und kann etwas deutsch. Sie packt mir noch etwas Proviant ein und schon geht es weiter, auf nach Tarent. 🫶

Es ist etws regnerisch, aber bis zum Mittag gehts. Es geht erst an Feldern vorbei, später durch die Natur in Richtung eines Steinbruchs. Hinter den Klippen sieht man schon die Großstadt.

Meinen Weg durch den ehemaligen Steinbruch übersehe ich fast, es geht ordentlich bergab und wird ziemlich steilhangsmäßig. Da unten kein Fluss ist und es nur ca. 3-4 Meter hinab geht entschließe ich mich auf dem Hosenboden zu rutschen. Bevor ich abrutsche und im Dornenbusch ende. Lieber gezielt rutschen als umgebremst zu fallen.

Auf dem Weg hindurch kommt mir Hundeecho entgegen…. Na schönen Dank! Es kommen dann auch mehrere Hütehunde, die bellend mir hinterher laufen. Der Schäfer ist nur bedingt geneigt, sie zurückzurufen. Grrr

Ich laufe tapfer weiter nachdem ich ihm gedeutet habe, dass ich seine Hunde nicht so mag. Wir trenne  uns gütig und es geht weiter in den nächsten Ort. Es wird wieder später als gedacht und der Regen kommt näher. Ich ergoogel eine Busverbindumg in die Stadt, die zum Glück auch heute aum Samstag fährt.

Zum Glück. Denn es fängt unterwegs ordentlich an zu schütten.

Somit bin ich schon am Nachmittag in Tarent. Es regnet noch bis in die Nacht….

Es liegen nun einige Tage Tarent vor mir, mal sehen was die Stadt zu bietet.

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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