18. Woche – Buon Anno in Otranto

Nach Weihnachten in Lecce gab es nun den Jahreswechsel in Otranto. Aber auch da musste ich erstmal hinkommen.

Von Vernole aus ging es wieder zur Küste, nach Torre del Orso, einer der vielen Bade-Urlaubsorte hier an der Küste.

An der Küste angekommen hab ich erstmal eine Pause am Strand eingelegt.  Ein geeignetes Plätzchen zu finden wir allerdings nicht einfach. Leider war auch der Küstenabschnitt verdreckt und mit allerlei Müll voll. Gern hätte ich mich an ein Stück schönen Sandstrand gesetzt, aber…

Ich verstehe es nicht! Manches ist angeschwemmt oder vom Wind hergetragen, aber irgendwann hat es ja irgendjemand nicht richtig entsorgt.

Vieles ist aber auch „vergessen“ worden.  Leider sehen auch viele Wege- und Straßenränder so aus und am Feldrand liegen nicht selten Autoreifen und anderer Schutt.

Das hindert mich aber nicht,  meine Füße zu baden 😁  Auch wenn ich genau hinschauen muss, wo ich hintrete…

Der Rest des Weges geht es immer die Uferstraße entlang, es reiht sich Badeort an Badeort. Bis ich am Abend im Zielort ankomme. Da ich wusste, das ich den ganzen Tag am Meer sein werden würde, hatte ich bewusst Zimmer mit Balkon und Stadtblick gebucht.  Da die Sonne an der Adria über dem Land untergeht, war mir der Balkon mit Meerblick nicht so wichtig und ich hatte etwas Geld gespart.  Wenn ich soweit bin, ist es eh fast dunkel und dunkles Meer trifft auf dunklen Himmel 😉

Na nun bekam ich doch etwas Meerblick auf die Bucht und zur Seite die Stadt. Manchmal… gibt es dann Sonnenaufgang vom Bett aus zu betrachten 😁

Genau diese Bucht musste ich am nächsten Tag auch entlang. Schon beim Einpacken sah ich eine ganze Gruppe Wanderer…

Ich sollte sie im Laufe des Tages noch ein paar mal treffen, genauso wie manch anderen entlang der Via Francigena. Wie viele werden es im Laufe des Frühjahrs noch werden?

Mitwandernde sind so eine Sache für sich. Die, die vor einem Laufen zeigen einem den Weg und die schönen Ausblicke,  da sie da stehen bleiben. 😉

Aber: man darf sich von deren Tempo nicht verrückt machen lassen! Vielleicht sind sie in dem Moment schneller, aber irgendwann machen sie Pause… Und wer weiß, wann sie wo gestartet sind und wann sie wo gern ankommen wollen…

Der Weg nach Otranto hatte es in sich, im Besten Sinne. Es ging schon am Ende der Bucht los mit der Höhle des heiligen Christopherus, anschließend den Felsen hinauf und dann immer die Steilküste entlang und alle paar Meter war der Blick wieder anders schön. Ich fand es sehr beeindruckend und ich war zutiefst dankbar, das ich das wahrhaftig und live sehen durfte.

Es gab kleine Einbuchtungen im Felsen, steile Hänge,  Durchbrüche, Brücken, einzelne Felsen, kleine Drachen, …, schmale Abstiege, an denen mach hinunter ans Wasser konnte.

Und dann doch mal eine Bucht, an der ich Pause gemacht habe und man bequem ans Wasser konnte.  Na klar, die Füße…. 😉

Die zweite Hälfte des Weges musste ich dann etwas Tempo machen, dass ich noch im Hellen in die Stadt komme. Wenn die Sonne weg ist, ist es bald daruaf dunkel.

Es ging ein ganzes Stück durch den Wald und an Feriendörfer vorbei, das ließ sich gut und flott laufen. Somit kam ich mit der Dämmerung geschafft aber glücklich in Otranto an!

Für Silvester und Neujahr bin ich in Otranto geblieben, wer weiß schon wie Knall-Verrückt die Italiener sind und von Knallern begleitet wollte ich nicht wandern, ebenso am Neujahrsmorgen ausschlafen.

Auch diesmal war ich ganz froh über meinen Balkon mit Blick auf die Altstadt.  Umd den Bauarbeitern gegenüber hab ich an meinem Pausentag, gemütlich in der Sonne sitzend, beim arbeiten zugeschaut. 😁

Am späten Nachmittag bin ich doch nochmal durch die Altstadt und hab die Kathedrale angesehen. Hier gibt es ein großes Mosaik im Innenraum. Am Abend, eigentlich vor allem um Zeit zu überbrücken, bis die Restaurants wieder öffnen, war ich dann in der Messe. Wieder mit einem Erzbischof.

Die letzten Stunden des alten Jahres schaue ich mir das Konzert auf dem Hauptplatz vor der Festung an. Der erste Künstler, den ich sehe, war noch recht jung und anscheinend hat ihm niemand gesagt,  dass man unter dem Jacket ruhig ein Hemd oder Pulli tragem kann. Der Bassist kannte auch seine richtige Größe nicht…

Dann kam der beworbene Hauptact, die Musiker waren schon erwachsen und das konnte man auch hören. Für sie Italiener war es mit 9 Grad allerdings wohl etwas kalt, so richtig konnten sie die Leute nicht zum tanzen animieren… Ich wippte leicht im Takt, hollte meinen Sekt aus dem Hotel und mischte mich wieder unters Volk.

Aus Sicht einer Berlinerin war das Feuerwerk gering, aber das kann man kaum vergleichen. Dennoch war es schön. 😁

Boun Anno!!!

Den Neujahrstag hab ich ebenfalls mit Ruhe genossen, nicht ohne Nachholen eines Silvesterrituals – Mediathek sei Dank. 

Ich denke, fast jeder hat den passenden Satz im Ohr 😆

Am Nachmittag war ich kurz noch stadtauswärts etwas spazieren.  Ich wollte im Navi verzeichnete Grotten erkunden…. Nun, ein paar hab ich gefunden, es waren aber nur kleine Ausbuchtumgen im Felsen. Dennoch war es interessant zu sehen, wie sich zum Teil kleine Häuser und Lagerhütten in die Felswand gehauen wurde bzw. direkt an den Felsen rangebaut.

Auf meiner nächsten Etappe kam ich zunächst an eine See in einem ehemaligen Bauxit-Steinbruch vorbei. Rot-braune Erde mit dem Grün der Sträucher und dem blau des Sees! Was für Farben!

Weiter auf der Landroute der Via Francigena. Die Örtchen am Meer und den Leuchtturm hatte ich ja schon gesehen. Da der Küstenweg wohl teilweise sehr steil sein sollte entscheide ich mich für die Landroute. Weniger spektakuläre Ausblicke, aber sicherer. Und gut bewacht, an einem Posten der Nato vorbei.  Mein Pausenblick auf die Ebene war aber auch sehr schön. Wieder ein Verteidigungsturm, aber schon wesentlich älter als die kleinen Geschütztürmchen.

Ich übernachtete in einem kleinem Örtchen Cocumola, meine Unterkunft war umso bezaubernder! Alles mit Liebe zum Detail gestaltet und ein superleckeres Frühstück.  Den Palazzo Vecchio kan ich wärmstens empfehlen. 

Von hier ging es am nächsten Tag leider weiter – die Unterkunft war zu schön – nach Tricase, der letzte Stopp auf der Via Francigena gen Süden. Ich bleibe nochmal 2 Nächte, vermutlich hat mein Hirn beim buchen bei „Spa-Hotel“ sich verschaltet. Aber den Spa habe ich wirklich genossen.  Ich habe selten einen so guten Spa gesehen. Vor allem gut in Schuss! Ich habe keine kaputte Stelle entdeckt.  Alles super gepflegt.  Und durch die Zeiteinteilung (90-Minuten-Slots) war es auch nicht voll, sondern sehr entspannt. Die Exta-Kosten haben sich gelohnt.

Am Nachmittag noch ein Bummel durch die Innenstadt. Kirche, Hauptplatz mit kleinem Rummel und sogar eine kleine Shopping-Meile. Und was immer mit der Postfiliale passiert ist, es hat ihr nicht gut getan…

Am nächsten Tag, in der nächsten Woche geht es dann weiter nach Santa Maria di Leuca, dort so sich zwei Meere treffen und die Südspitze Apuliens ist.

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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