Die Weihnachtstage habe ich mit Ruhe in Lecce genossen. Mein Kopf sagte mir, dass ein paar Tage Ruhe ganz nett wären…. All die Impulse und Informationen jeden Tag wolöen verarbeitet werden. So ähnlich ging es mir in Karlsbad auch. Urlaub im Urlaub.
Aber natürlich schau ich mir trotzdem jeden Tag ein bisschen was an. Ich schaue mir den Dom an, der mich wirklich beeindruckt. Nebenbei schau ich gleich mal, wann denn so an den Feiertagen die Messe stattfindet. Ich bin fest entschlossen wenigstens einmal teilzunehmen. Mit dem Ticket kann ich auch noch 5 weitere barrocke Kirchen ansehen. Das Museum lass ich am Ende dann doch weg.









Auf der Suche nach etwas Obst und was zu trinken für die Tage schlendere ich weiter und komme an der Stadtmauer in eine kleine Markthalle. Ich nestaune das Angebot und vor allem die Größe und Qualität des Angebots und komme kurz mit dem Verkäufer ins Gespräch, als ich zu verstehen gebe, dass z.B. die Paprikas in Deutschland oft wesentlich kleiner sind. „Germania? Ich auch in Deutscheland gewesen. Großmutter in Deutschland…“ So oder so ählich verlaufen verlaufen die Gespräche, wenn klar wird, dass ich aus Deutschland komme. Plötzlich ist da wer, der etwas deutsch kann umd irgendwann mal in Deutschland gearbeitet hat… 😀
Am 24.12. mache ich mein Päckchen aus der Heimat auf. Es ist mein Geburtstag und ich habe es mir extra zur Seite gelegt. So ist es fast wie Geschenke auspacken. Und in der Tat hat Mama noch ein paar Kleinigkeiten dazugepackt. Weihnachtsdeko und Weihnachtsschokolade! Danke Mama!!!



Nun stehen ein deutsches Räuchermännchen mit kleinem Schwippbogen und Pyramide und ein Mini-Weihnachtsbaum in Süditalien und gibt mir das heimatliche Gefühl der Weihnacht.
Am späten Abend feiert die Jugend in Lecce noch ausgelassen „die Geburt des Jesukindes“ 😉 bis in die frühen Morgenstunden…
Am 25.12. ist es merklich ruhiger in den Straßen. Ich gehe um 11.00 Uhr in die Messe mit dem Erzbischof.
Der Ablauf ist mir bekannt und ich erkenne einzelne Abschnitte des Gottesdienstes wieder, auch wenn ich der Lesung und Predigt nicht inhaltlich folgen kann. Ich verstehe nicht was er sagt, denn ich kann nicht wirklich italienisch, aber ich habe das Gefühl zu ahnen, worum es in seiner Predigt geht. Die Geburt Jesu Christi und die damit verbundenen Gedanken dieser Zeit sind wohl überall gleich.
Ich bin in meinen eigenen Gedanken und denke an die Lieben zu Hause und grüße alle im Stillen. Hier und oben. 🌟
Und ich denke an dass, was ich in den letzten Wochen geschafft habe. Was ich für ein Glück hatte auf meinem Weg. Ich bin dankbar dafür, dass ich weiterhin gesund bin und gut durchgekommen bin und all die vielen Eindrücke mitnehmen durfte.
Ansonsten mache ich es wie oft: schauen was alle anderen machen und mitmachen. Aufstehen, hinsetzten, beim Gebet im knieen bleibe ich stehen und gehe in mich. Ich bin nicht getauft und kein Mitglied einer Kirche und somit bleibe ich mit Respekt vor den Betenden stehen. So tun als ob oder einfach hinsetzen halte ich für unangebracht. So halte ich es schon immer, wenn ich einem Gottesdienst beiwohne.


Am 2. Feiertag ist es fast noch ruhiger als davor. Das Wetter ist dafür frühlingshaft und ich genieße einen Kaffee in der Sonne und bestelle mir ein 2. Frühstück mit Spiegelei und Orangensaft. Die Musik spielt dazu etwas von „white Christmas“ und „let it Snow“… irgendwie unwirklich bei 15.° Grad und Sonne. Egal





Ich beschließe kurzerhand einen Ausflug an entang der Adriaküste zu buchen, der dann kurzerhand am 27.12. auch zustande kommt. Da sich niemand anderes für den Tag findet fahr ich allein mit, allerdings wirds teurer als gedacht. Egal.
Es geht entlang der Küste an die Badeorte Santa Cesarea Terme und Castro sowie nach Otranto und dem Leuchtturm Faro di Punta Palascia, der östlichste Punkt Italiens. Das Wetter ist etwas windig aber wenigstens Sonne. So beibt der Stop am Leuchtturm sehr kurz 😉
Castro wiederum hat mich überrascht. Ich hatte ja gedacht, wir fahren runter an die Bucht, die sehr schön sein soll. Aber wir fuhren zur Altstadt, die höher gelegen ist. Dafür unheimlich schön weihnachtlich geschmückt ist. 🤩








Der Ausflug war für mich sehr hilfreich, denn so konnte ich ein bisschen ausloten, ob man zwischen Küste und Küstenstraße gut wandern könnte. Ich entschied mich daraufhin dagegen, direkt an der Küste zu laufen. Es ging teilweise sehr steil hinab oder dann vermutlich die Straße entlang. Beides für mich nicht so prickelnd. Steilhang hatte ich schon, Danke….
Nun hatte ich die beiden Badeorte gesehen und musste nicht ehr sehen ob ich sie in die Routen einbauen kann. Otranto liegt noch auf meinem Weg, hab aber schon mal einen Eindruck.
In diese Richtung ging es dann am 28.12. auch weiter. Mein nächster Stop war Vernole. Das erste mal begegnen mir andere Wanderer, die wie ich auf der Via Francigena laufen. Manchmal kommen Radfahrer vorbei und wünschen „Boun Camino“ – Guten Weg. Hier kennt man Pilgerwanderer, hier gehört es dazu, dass Menschen mit großem Rucksack auf der Straße laufen.







In Vernole bin ich nach der Ankunft im Tabbacci-Laden und gönne mir noch eine Kleinigkeit. Ich habe fast das Gefühl, die älteren Herren zu belustigen, zumindest bin ich Gesprächsstoff. Wieder findet sich jemand, der mal in Deutschland gearbeitet hat und etwas deutsch kann. Er wird dirkt zu mir verwiesen, er könne ja mit mir reden und übersetzen. Lang ist das Gespräch nicht, der Wortschatz hat nach fast 20 Jahren arg nachgelassen. 😉
Es war trotzdem nett und ich kann zumindest damit beeindrucken, dass ich zu Fuß unterwegs bin und die fast 20 km aus Lecce kam und am nächsten Tag nach Torre del Orso laufen will.














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