15. Woche: Endlich in Italien – 3. Advent in Venedig

Am 2. Tag im Villach gehe ich wieder in die Innenstadt.  Ich will mir den Ort nochmal in Ruhe ansehen.  Das ist schnell getan. Das Wetter lädt nicht zum Bummeln ein, also besuche ich die naheliegende Therme 😶‍🌫️

Dann geht es aber wiedermal ein Stück zu Fuß.  Ich lasse es mir nicht nehmen, nach Italien zu Fuß einzuwandern!

Von Villach geht es über den Alpe-Adra-Trail  zunächst nach Arnoldstein, auch wieder 18,6 km!

Der Weg heißt hier auch Römerweg, nach einem kurzem Weg ist klar warum. Es ist ein alter Römerweg! Man sieht deutlich die Spurrillen der Wagen, Platte an Platte wurde einst hier der Weg über die Alpen verlegt.

Ich laufe durch den Wald am Fuße der Berge an der Gailitzsch entlang.  Kristallklar begleitet sie mich. Ausnahmsweise kommen mir relativ viele Wanderer entgegen, am Wegesrand entdecke ich wilde Alpenveilchen; ich bin schließlich in den Alpen unterwegs.

Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit komme ich in Arnoldstein an und gönne mir bei meinem Wirten nicht nur Kaffee und Strudel, auch etwas später ein gutes Abendessen. 

Am nächsten Tag scheint mal wieder die Sonne, so kann ich zumindest die direkt vor der Tür stehenden Berge mal in Gänze sehen. Heute soll es nun endlich nach Italien gehen!

Unterwegs schließt sich mir Dieter mit seinem Hund ein Stück an. Er erzählt mir, dass er einst aus Frankfurt nach Berlin „geflüchtet“ ist, um der Wehrpflicht zu entgehen. Er zeigt mir den richtigen Weg, als ich mal wieder zwischen Ausschilderung und Navi irritiert schwanke, wo es denn nun lang geht.

Auf dem Weg weiter durch den Wald sieht man sehr gut, wo die Sonne heute schon war, dort liegt kein oder nicht mehr viel Schnee.  Bei 4° in der Sonne tropft es ziemlich von den Bäumen. Aber ich fimde noch ein Stück Wiese mit ausreichend Schnee, um auch Österreich einen Miki-Schneemann von mir zu errichten. 😀

Irgendwann erreiche ich den Tarvis-Radweg, er lässt sich ziemlich gut laufen.

Dann liegt es vor mir – der Grenzübergang! Zunächst sehe ich nur die Zollstationen der Autobahn,  dann aber auch die der „normalen“ Landstraße. „Auf Wiedersehen in Kärnten“ steht auf den Schildern….

ITALIA steht auf dem EU-Grenzschild! Wieder hab ich Tränchen in den Augen vor Freude. Kaum in Italien, erstmal was essen. Spaghetti Carbonara – natürlich ohne Sahne! Dazu Spritz Vino Bianco. 

Dann aber flugs weiter, der Weg nach Tarvis ist noch ein Stück. Immer weiter auf dem gut ausgebauten Radweg, auf der alten Bahnstrecke entlang. 

Im Blick immer den Gipfel des Magaths. Und auch Italien bekommt einen Schneemann von mir!

Am Abend dann im Ristorante Limoncello und ein Brett mit Schinken! DAS ist Italien. Nun bin ich so weit gelaufen und gefahren, 3 1/2 Monate war ich unterwegs, um endlich in Italien anzukommen.

Von Tarvis aus fahre ich allerdings wieder mit der Bahn. Das Wandern ist um diese Jahreszeit nicht so schön. Beim Laufen schwitzt man, beim Pause machen qird einem schnell kalt. Die Sitzgelegenheiten sind rahr, da es kalt und nass ist.

Ich hatte bereit in Karlsbad überlegt, meine Pläne anzupassen.  Warum durch den kalten Winter laufen, wenn man in den wärmeren Süden fahren kann? Ich drehe meine Planung um, fahrw mit der Bahn in den Süden Italiens und laufe von dort in den Norden – so ist der neue Plan.

Von Tarvis gehts als erstes nach Udine. Ich habe Glück, denn 1 Tag später streikt das Bahnpersonal in Italien, es kann zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Da bin ich schon in Udine und macje 1 Tag Pause. Hier finde ich das Italien, dass ich so im Kopf habe.

Bereits während der Zugfahrt wird der Schnee weniger, kurz vor Udine wird das Land flacher. Hier werden Stiefmütterchen am Straßenrand gepflanzt, stehen Pinien und Palmen. Ich muss leider 2 Stunden warten, bis ich in meine Ferienwohnung komme.  Bei 9 Grad und Sonne ist das nicht dramatisch – ich beginne dann mal mit dem „dolce Vita“.

Ich nutze den 2. Tag und bummel durch die Innenstadt und genieße es, ohne Handschuhe und halb geöffneter Jacke durch die Stadt zu laufen.  Am Abend treffe ich in der Pizzaria eine Gruppe österreichische Fußballfans, die sich immer wieder zusammentun und gemeinsam sich schöne Städte und gute Spiele ansehen.

Mit dem Zug gehts wieder weiter nach Venedig.

Venedig begrüßt mich mit Sonne. Beim heraustreten aus dem Bahnhof Santa Lucia eröffnet sich dieekt das typische Bild Venedigs: Kanal mit Brücke, Boote, Gondeln und gegenüber eine Kirche 👍

Ich gehe zu Fuß und muss 1x quer durch die Lagune. Aber so bekommt man ein Gefühl für den Ort… Venedig allerdings scheint ein einziges Labyrinth zu sein. Nur Einheimische haben eine Idee, wo sie abbiegen müssen. Alle anderen laufen mit dem Handy vor der Nase rum und versuchen den richtigen Weg zu finden.  Immer wieder erstaunt, wo eine neue kleine Gasse hinführt und nur wer sich traut,  den verwinckelten Gassen zu folgen, der wird an sein Ziel gelangen! Ich habe es geschafft!

Ich habe mir hier jedenfalls einen Stadtplan besorgt, mein Hotel eingezeichnet und immer mitgenommen. Falls mein Akku schlapp macht, hab ich eine analoge Chance,  zurückzufinden 😉

Am Nachmittag ziehe ich nochmal los. Zunächst ein Besuch auf dem Markusturm, Venedig von oben betrachten.

Dann lasse ich mich durch die Gassen treiben, komme irgendwann am anderen Ende an und suche mir auf dem Weg zurück ein kleines Lokal.

Einen schönen 3. Advent!

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I’m Juliane

Ich bin Juliane und das ist mein Wander-Tagebuch. Ich bin in der Mitte meines Berufs-Lebens einfach mal losgelaufen und habe meinen Bürojob auf Pause gesetzt und die Wanderschuhe angezogen. Von Berlin soll es nun bis in den südlichsten Absatz von Italien gehen… hier könnt Ihr lesen, wie mir das gelingt.

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