Die Woche fing schon nicht so gut an. Mein Hotel am nächsten Tag in Struzna informierte mich am Morgen, dass es einen Heizungsschaden hätte und es kalt sei. Was nun? Die Vermieterin in Andĕlska Hora half mir und rief erstmal dort an um zu klären, wie der Stand der Lage ist. Es sei wohl wirklich sehr kalt im Haus, sie würde versuchen, mich woanders unterbringen aber das sei noch nicht möglich gewesen. …
Das Zimmer, in meiner aktuellen Pension war zum Glück noch 1 Nacht länger frei, also entschied ich mich noch zu bleiben und das Zimmer in Struzna zu chanceln. Da das nicht mein Verschulden war, sagte die Vermieterin auch zu, anstandslos die Kosten zu erstatten.
Also blieb ich eine Nacht länger. Ich nutzte die Zeit, um mir das Dörfchen anzusehen, es gab immerhin eine Burgruine zu sehen.





Und natürlich war Goethe schon hier, er soll sogar seinen 37. Geburtstag hier gefeiert haben. Und Schiller war da. Und nun also ich.
Und ich nahm den Bus nach Karlsbad, um was zu essen und um Geld abzuheben. Denn auch in Tschechien sehen manche Pensionen auf dem Land lieber Bargeld. Also wieder zurück nach Karlsbad! Ich hab Gelegenheit genutzt, und gab mir dann doch noch die orthodoxe russische Kirche angesehen.


Am nächsten Tag ging es dann weiter. Ich folgte dem Rat der Vermieterin und nahm den Weg über die Wiesen zum nächsten Dorf. So ganz hab ich den Weg nicht bis zum Ende beibehalten können, es ging dann dem Kompass hinterher durch etwas morastiges Gebiet. Das lag aber nicht am morgens noch sehr dichten Nebel, sondern eher an meiner Orientierung. Am Ende kam ich durch die Rückseite auf dem Gelände eines Viehbetriebes raus. Der Bauer schaute etwas irritiert… Auf der Vorderseite war ain Bistro, bei dem ich nicht nur vernünftigen Kaffee bekam, sondern mich auch mit guten Würsten ausstattete. 😉
Da mir eine Wegstrecke fehlte fuhr ich ein Stück mit dem Bus weiter. In Bochov noch was essen – und dann aber los zur nächsten Unterkunft in Kozlov. Durch den Wald aber vor allem über Felder und Wiesen. Aber auch 3 km entlang einer Landstraße. Mit Kurven, Bäumen und jeder Menge LKWs, Autos und Bussen. Ich war sehr froh, angekommen zu sein. 😬






Hiet habe ich nun einen geplanten Zwischenstopp. Nach meiner Probleme mit meinem Knöchel – die noch nicht ganz weg sind – plane ich nun öfter einen Pausentag ein.
Ich erkunde mit dem fast vor der Tür haltenden Bus die nächste Stadt Touzim.





Bei diesigem Wetter geht es nun weiter. Die Landstraße ist ja ziemlich gefährlich, zum Glück habe ich herausbekommen, das ich mit 1 Station Bus fahren über 2 km davon spare. Die letzten 800 Meter schafe ich dann gut.
Weiter wieder durch die Natur. wieder braucht es nicht lange, bis der Straßenlärm weniger ist und ich mich in der Natur wohl fühle und die Stille genießen kann.
Wiesen, Wasserläufe, Felder und Bäume säumen nun wieder meinen Weg. aich komme durch 2 kleine Dörfer, denen die deutsche Vergangenheit noch anzusehen ist bzw. die Spuren noch gut sichtbar sind. In Udritsch (Udrč) und vor allem in Ratiworz (Ratibor) ist es gut zu sehen. Ein Gedenkkreuz an die hier 1931 – 1946 beerdigten Deutschen in Udritsch, in Ratibor sogar ein Aushang zur Geschichte des Ortes, aus dem hervorgeht, dass seit dem 17. Jh. hier Deutsche wohnten und erst nach dem Krieg Tschechen sich hier ansiedelten.
Das wird mir hier noch einige Male so gehen.








Als ich in Zlutice angekomme spielte eine Jägerkapelle auf. Das find ich doch mal nett. Ich konnte nicht herausbekommen, was genau der Anlass war. Ich hätte ja auch Hochzeit getippt, aber dafür war es zu nüchtern. Wer weiss….




Neuer Tag, wieder ordentlich Nebel. Manchmal sehe ich das Ende des Feldes nicht. Aber auch das hat etwas.
Vor dem Wald komme ich an eine Schutzhütte mit einer Quelle, die zum Verweilen einlädt. Anschließend geht ea dann ordentlich hinauf. Zuweilen muss ichvmich an den Wurzeln der Bäume hochziehen.






Irgendwie bin ich dann aber doch angekommen in Novosedly. Ein kleines Bauerndorf, dases aber mut der Abbildung der Verkehrsführung sehr genau nimmt 😉



Mein Weg führt much auf den Barock-Wanderweg. Das macht sich auch an den Heiligenfiguren am Wegesrand bemerkbar. Ab und an sind es dann nicht mehr nur „einfache“ Wegekreuze, es darf dann schon auch mal eine barocke Steinstatue sein. In Manětin ist sogar die Hauptstraße von diesen gesäumt und es gibt ein kleines Barockschlösschen zu sehen.





Am nächsten Tag kommt zum Mittag endlich die Sonne mal wieder zum Vorschein!!! Ich mache direkt am Waldrand in der Sonne meine Pause!
Als ich weiter laufen will entdecke ich eine riesigen Pilz. Wie ich heute weiß, hätte ich ihn mitnehmen können und wie Schnitzel braten. Nun ich habe eh kein Paniermehl, also bleibt er da.






Ich komme in meiner nächsten Unterkunft an „Magical Suite in an historical rectory house“. Nun die Magie bestand leider in der Kälte des Hauses, derer ich mit dem kleinen Ofen und dem Holz nicht Herr wurde. Und dass es kein Wasser dafür eine muntere Maus gab. Ich bin also nicht 2 Nächte wie geplant geblieben, sondern nach einer irren Nacht direkt weiter. Meine nächste Unterkunft ist zum Glück schon eine Nacht eher frei. Hier ist es nicht nur warm, es gibt auch warmes Wasser – und eine Sauna!








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